Alpine Ski WM

Super-G: Gold für „Crazy Canuck“, Entwarnung für Paris nach Sturz

Super-G: Gold für „Crazy Canuck“, Entwarnung für Paris nach Sturz Ansa Foto/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
Nicht die Topfavoriten Kilde oder Odermatt, sondern der Kanadier Crawford ist Super-G-Weltmeister. Dominik Paris nach Sturz fast unverletzt.
Crazy Canucks, also verrückte Kanadier – so wurden die kanadischen Abfahrer bezeichnet, die von 1975 bis 1984 mit spektakulären Stürzen aber auch mit 14 Weltcupsiegen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Die bekanntesten Canucks waren Ken Read und Steve Podborski. Und ein Draufgänger aus Kanada ist jetzt neuer Überraschungs-Weltmeister im Super-G.

Crawford hat bereits Olympia-Medaille

James Crawford sicherte sich Gold eine Hundertstel vor Alexander Aamodt Kilde und 26 Hundertstel vor Alexis Pinturault. Crawford stand im Weltcup im Super-G nur einmal am Podest (2. vor knapp einem Jahr in Kvitfjell). Allerdings hat der 25-Jährige heuer bei den Abfahrten in Beaver Creek (3.) und Bormio (2.) gezeigt, dass er zur erweiterten Weltspitze zählt. Und Crawford scheint auch ein Mann für Großereignisse zu sein. 2021 bei der WM in Cortina war er 4. in den Kombination, bei den Olympischen Spielen in Peking gewann er Bronze in der Kombination und fuhr in den Speed-Bewerben jeweils unter die Top 6. Die Alpine Ski WM 2023 hat also ihre erste Sensation erlebt, allerdings dank einem Athleten, der die großen Events liebt.

Kilde wie Freundin Shiffrin

Genauso wie seine Lebensgefährtin Mikaela Shiffrin musste sich der zweifache Saisonsieger im Super-G Kilde mit Silber begnügen. Shiffrin hatten elf Hundertstel zu Gold gefehlt, Kilde gar nur eine. Und Kombi-Weltmeister Pinturault sicherte sich in seinem Heimatort auf seinem Hausberg eine weitere Medaille.

Odermatt patzt ausgerechnet bei der WM

Der absolute Topfavorit auf Gold musste sich heute mit „Blech“ begnügen. Odermatt stand bei allen sechs Weltcup-Super-G in diesem Winter am Podest. Vier hat er sogar gewonnen, darunter auch die letzten beiden vor der WM in Cortina. Dem Viertplatzierten fehlten auf der Piste L’Eclipse in Courchevel elf Hundertstel zur Medaille.

Paris-Schock ohne große Folgen

Mit vollem Risiko unterwegs war Dominik Paris. Der Ultner – Weltmeister in dieser Disziplin 2019 – war bei den ersten beiden Zwischenzeiten voll dabei, touchierte dann aber ein Tor, ehe es ihm den linken Ski verriss und Paris stürzte. Der 33-Jährige blieb zunächst liegen, fuhr dann aber selbst ins Tal. Zunächst war unklar, ob sich verletzt hatte. Zur Erinnerung: 2020 hatte sich Paris das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Am Nachmittag folgte allerdings die Entwarnung: "Domme" hat lediglich einen Bluterguss am Gesäß. 

Innerhofer auf Platz 20

Auch der zweite Südtiroler Ex-Weltmeister im Super-G konnte heute nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Der Weltmeister von 2011, Christof Innerhofer, musse sich nach gutem Beginn mit Platz 20 begnügen. Bester Italiener war Mattia Casse auf Platz 13. Guglielmo Bosca fuhr auf Platz 25. 

mk