Ein unscheinbares Haus in Amstetten - dort hatte Josef Fritzl einen schalldichten Raum eingerichtet. Und dort beginnt 1984 für seine Tochter Elisabeth ein 24 Jahre dauernder Alptraum. Die 18-Jährige wird in den Folgejahren von ihrem Vater tausendfach vergewaltigt. Sie bekommt sieben Kinder zur Welt. Eines davon stirbt bald nach der Geburt. Drei Kinder zieht ihr Vater gemeinsam mit seiner Ehefrau in der Wohnung oberhalb des Kellerverlieses groß. Die anderen Kinder müssen mit ihr im Keller leben. Bis 2008 alles auffliegt.
Grund dafür ist ein Krankenhausbesuch von Josef Fritzl mit einem der Kinder. Das Kind ist schwer krank und deshalb sucht das Spital nach der Mutter. In der Folge wird der damals 73-Jährige festgenommen. Die Tochter Elisabeth wird gemeinsam mit ihren Kindern befreit und in eine geschützte Einrichtung gebracht. Damals ist jedoch weder den Behörden noch der Öffentlichkeit das Ausmaß des Falles Fritzl bewusst.
Schon einen Tag später legt Fritzl ein weitreichendes Geständnis ab. Josef Fritzl wird vom Gericht wegen Mordes, Inzests, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Straftäter eingewiesen.
Dort befand sich Fritzl seither. Doch jetzt könnte sich die Situation für den mittlerweile 89-Jährigen ändern. Seit zwei Jahren versucht er Hafterleichterungen zu erreichen. Heute muss ein Gericht in Krems entscheiden, ob alles so bleibt, oder ob der Maßnahmenvollzug aufgehoben wird. Ausschlaggebend ist die Frage, wie viel Gefahr von Fritzl noch ausgeht und wie es um sein psychisches Verhalten bestellt ist.
Wird Fritzl in den Normalvollzug überstellt, könnte er auch Anrecht auf Freigänge bekommen.
