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Unwetter

Alarmstufe Rot in ganz Südtirol: Die Unwetter-Nacht im Liveticker

Nach heftigen Unwettern ist die Lage im Land dramatisch. Flüsse sind über die Ufer getreten, Muren abgegangen. Rai Südtirol berichtet im Live-Ticker.

Nach heftigen Unwettern ist die Lage im Land dramatisch. Flüsse sind über die Ufer getreten, Muren abgegangen. Rai Südtirol hält Sie in diesem Liveticker auf dem Laufenden.

11.28: Zivilschutz-Chef Rudolf Pollinger nimmt in der Pressekonferenz Stellung: Der Zivilschutzstatus wird um eine Stufe gesenkt. Die Einsatzkräfte bleiben wachsam, für die Bürger besteht keine akute Bedrohung mehr.

10.49 Uhr: Die Vinschger Bahnlinie ist zwischen Naturns und Latsch unterbrochen. Grund dafür sind umgestürzte Bäume, die derzeit entfernt werden.

07.41 Uhr: Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren zieht Bilanz über die vergangene Nacht: Es standen 152 Feuerwehren mit rund 2.300 Feuerwehrleuten im Einsatz, alle neun Bezirkseinsatzzentralen waren besetzt, die Landeseinsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehren in Vilpian war besetzt, alle neun Bezirksleitstellen unter dem Vorsitz der Bezirksfeuerwehrpräsidenten wurden einberufen, die Feuerwehren rückten wegen zahlreicher kleinerer Erdrutsche, wegen Bäumen auf Straßen, Steinschlägen, Sturmschäden sowie Überschwemmungen bei Gebäuden, Straßen oder Unterführungen aus, der Hochwasserdienst war an der Etsch und am Eisack im Einsatz, die Pegelmessstellen waren besetzt, die Deiche wurden überwacht. Zudem haben die Freiwilligen Feuerwehren landesweit Kontrollfahrten durchgeführt und Bachläufe kontrolliert, um mögliche Gefahrensituationen frühzeitig erkennen zu können.

Auch am Morgen rückten die Feuerwehren noch im Minutentakt aus - Credits © Screenshot/Verband der Feuerwehren

06.11 Uhr: Die Wassermassen haben Salurn passiert, noch sind die Pegelstände der Flüsse aber hoch. Im Unterland bleibt die Situation weiter angespannt, aber auch hier ist es zu keinem Dammbruch gekommen. Gegen 3.30 Uhr erreichte der Scheitelpunkt Vintl, gegen 5.00 Uhr Klausen, gegen 6.00 Uhr Salurn. In Klausen entspannt sich die Lage, seit 4.00 Uhr gehen hier die Wasserstände zurück.

05.56 Uhr: Die Bahnlinie zwischen Innichen und Lienz sowie die Rittner Bahnlinie zwischen Oberbozen und Klobenstein sind aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Die Mendelbahn ist nach einem Murenabgang ebenfalls außer Betrieb.

04.33 Uhr: Wie jetzt bekannt wurde, ist ein Kind in Schlanders von einem Stein erfasst und verletzt worden. Das Mädchen befand sich ersten Informationen zufolge im Auto. Der Unfall ereignete sich gegen Mitternacht. Das verletzte Kind wurde ins Krankenhaus gebracht. In Mühlwald ist ein Mann von einem Ast eines umstürzenden Baums getroffen und erheblich verletzt worden. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus von Bruneck gebracht.

03.38 Uhr: Vintl galt als eines der möglich gefährdeten Dörfer in dieser Nacht. Gegen 3 oder 4 Uhr morgens sollte dort die Rienz ihren höchsten Stand erreichen. Doch gute Nachrichten: Seit Mitternacht sinkt der Wasserpegel wieder. Die Rienz kam in Vintl auf maximal 3,4 Meter Höhe.

02.30 Uhr: Aus dem Gadertal erreicht uns die tragische Nachricht, dass in St. Martin in Thurn ein Feuerwehrmann bei einem Unwettereinsatz ums Leben gekommen ist. Der Mann wurde von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt. Angaben zu seiner Identität liegen noch keine vor.

01.23 Uhr: Die Wassermassen fließen weiter durchs Pustertal. Gegen 3 Uhr wird in Vintl der höchste Wasserstand erwartet. Derzeit steht die Rienz bei 3,3 Metern. Die Verantwortlichen im Lagezentrum haben sich am späten Abend zu einer Lagebesprechung zusammengefunden. In Klausen soll es gegen 4.30 Uhr kritisch werden. Die Bahnlinie ist unterbrochen, SAD und Trenitalia haben Ersatzbusse bereitgestellt. In Gröden sind derzeit 1500 Haushalte ohne Strom. Auch im Ultental sind Stromausfälle zu verzeichnen, dort ist auch die Straße gesperrt, ebenso wie im Schnalstal, in Corvara und Altrei. (Den gesamten Artikel zur Lagebesprechung lesen Sie hier)

23.42 Uhr: Zivilschutz-Meldung in Klausen und ein weiteres Mal in Innichen. In Klausen werden die Bürger dazu aufgerufen, ihre Fahrzeuge von den Tiefgaragen in Freie zu bringen. Dann sollen sie sich in die oberen Stockwerke der Häuser begeben. Es besteht Überflutungsgefahr durch den Eisack. In Innichen steht im Resch-Haus eine Notunterkunft bereit. Personen, die sich zuhause nicht sicher fühlen, können sich dorthin begeben. Vorausgesetzt der Weg dorthin stellt keine Gefahr dar. Evakuierungen sind möglich.

23.26 Uhr: Auf den Straßen Ausnahmezustand - die Straßensperren hier aufgelistet: Das Gadertal ist derzeit nur mehr über den Valparolapass erreichbar. Das Schnalstal ist gesperrt. Die Pässe Kreuzbergpass, Nigerpass, Karerpass, Stilfser Joch, Penser Joch, Staller Sattel, Grödner Joch und Campolongopass sowie das Timmelsjoch sind gesperrt. Die Dolomitenstraße ist gesperrt. Die Rittner Straße ist gesperrt. Das Eggental ist gesperrt. Derzeit ist nur Welschnofen erreichbar und zwar über Steinegg - Gummer. Deutschnofen ist nicht erreichbar. Die Alemagna ab Toblach ist gesperrt. Das teilt die Verkehrsmeldezentrale mit.

23.09 Uhr: Die Feuerwehr Milland meldet auf Facebook: "Die Brückenposten und Deichwachen sind besetzt, einige Unterführungen aus Sicherheitsgründen gesperrt. In den kommenden Stunden ist ein weiterer Anstieg zu erwarten." Der Eisack hat die Vorwarnstufe erreicht.

23.00 Uhr: Ein Blick auf die Pegelstationen im Land. Die Drau steht bei Vierschach bei knapp 2 Metern. Die Rienz steht bei Vintl bei 3,3 Metern. Der Eisack bei Brixen steht bei 3,6 Metern, die Vorwarnstufe liegt bei 3,5 Metern. Die Etsch bei Branzoll steht bei 4,6 Metern. Bei Salurn steht die Etsch bei 5,6 Metern.

22.57 Uhr: Die Lage verschärft sich auch in Klausen: Die Bürger werden zur Vorsicht aufgerufen, es besteht Hochwassergefahr. "Bitte holen Sie die Fahrzeuge unverzüglich aus den Tiefgaragen und kehren Sie sofort in die Wohnungen zurück", heißt es in einem Aufruf der Freiwilligen Feuerwehr Klausen. "Bitte halten Sie sich in den oberen Stockwerken auf und bewahren Sie Ruhe. Die freiwillige Feuerwehr und die Zivilschutzbehörden sind im Einsatz."

22.30 Uhr: Mit der Zivilschutz-Meldung werden die Bürger von Innichen aufgerufen, in höhere Stockwerke zu gehen und Wertsachen in Sicherheit zu bringen. In Innichen sind Drau und Sextner Bach über die Ufer getreten. Verletzte werden bisher nicht gemeldet. Laut Bürgermeisterin Burgmann finden nun erste Evakuierungen statt.

22.27 Uhr: Rosmarie Burgmann, die Bürgermeisterin von Innichen, erklärt auf Anfrage von Rai Südtirol:

"Wir haben bei der Notrufzentrale Alarm geschlagen. Seit 18 Uhr hat sich die Lage jede halbe Stunde dramatisch verschlechtert. Ich habe befürchtet, dass bald das Dorf unter Wasser steht."

Rosmarie Burgmann, Bürgermeisterin von Innichen

22.11 Uhr: Die maximale Wassermenge wird in Vintl gegen 3 Uhr morgens erwartet, in Brixen um halb 5 und in Branzoll um 6 Uhr.

22.10 Uhr: Aus Innichen werden derzeit keine Verletzten gemeldet. Bisher nur kleinere Murenabgänge. Gröden zuletzt ohne Strom.

21.56 Uhr: Die Experten im Landeslagezentrum schauen derzeit nach Innichen. Dort ist die Drau und der Sextner Bach über die Ufer getreten. Eine Zivilschutzmeldung wird ausgelöst. Die Bürger werden über TV und Radio benachrichtigt und angewiesen, in den zweiten Stock der Häuser zu gehen.

21.49 Uhr: Immer mehr Straßen werden gesperrt. Besonders betroffen ist das Eggental und Ulten. Auch im Passeiertal gibt's nun Straßensperren: Stuls und Rabenstein sind momentan von der Außenwelt abgeschnitten, teilt die Freiwillige Feuerwehr Moos in Passeier mit.

21.40 Uhr: Bei der Grünen Nummer sind seit 17 Uhr an die 150 Anrufe eingegangen. Die Bürger wollen Information zur allgemeinen Wetterlage, sie wollen wissen, ob ihr Dorf hochwassergefährdet ist und was es mit den Stromausfällen auf sich hat. "Einige Bürger sind besorgt", heißt es aus der Zentrale.

"Sie sagen, sie hätten das Hochwasser von 1981 in Salurn noch miterlebt und sie fragen uns, ob sie die Koffer packen und in den zweiten Stock hinaufgehen sollen."

Die kostenlose Nummer lautet: 800751751

21.32 Uhr: Das Versuchszentrum Laimburg wurde geräumt, die Mitarbeiter für einen Tag in Pflichturlaub geschickt. Eine Vorsichtsmaßnahme.

21.30 Uhr: Nach dem Regen nun der Wind mit Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h. Es wird von Stromausfällen berichtet.

21.21 Uhr: Die Etsch steht bei Sigmundskron mittlerweile bei 3,7 Metern. Die Rienz in Vintl steht bei 3 Metern. Ebenso bei drei Metern steht der Eisack in Brixen.

Sigmundskron: Die Etsch steigt immer weiter - Credits © Landeswetterdienst

21.12 Uhr: Laut Meteorologe Dieter Peterlin ist, was den Niederschlag anbelangt, das Schlimmste bald überstanden. Doch: Es stürmt, auch sehr heftig. Und: Die Lage an den Bächen und Flüssen ist prekär.

20.56 Uhr: Dramatische Lage an der Gader. Der Fluss stieg zuletzt kräftig an. Die Warnstufe ist bereits deutlich überschritten. Feuerwehr und Rettungskräfte stehen im Einsatz.

20.52 Uhr: Die Freiwillige Feuerwehr Katharinaberg teilt auf Facebook mit: "Zurzeit sind alle Straßen ins und aus dem Schnalstal gesperrt. Auch die Straße nach Katharinaberg ist bis auf Weiteres gesperrt."

20.43 Uhr:Auch in Osttirol überziehen heftige Regenfälle und starke Windböen das Land. Sie veranlassen Bezirkshauptfrau Olga Reisner, einen dringenden Appell an die Bevölkerung Osttirols zu richten: „Bitte bleiben sie ab sofort zuhause und lassen sie auch ihr Auto stehen. Die schwierige Wetterlage erfordert besondere Sicherungsmaßnahmen."

20.40 Uhr: Gleich mehrere Straßen in Südtirol sind wegen Muren oder aus Sicherheitsgründen unterbrochen, unter anderem die Pustertaler Staatsstraße bei Vierschach.

20.34 Uhr: Günther Walcher, der stellvertretende Direktor des Amtes für Bevölkerungsschutz, sagt in der "Tagesschau" von Rai Südtirol, die Hochwasserwelle werde für 4 bis 6 Uhr morgens erwartet. Einen Ausschnitt des Gesprächs mit „Tagesschau“-Moderatorin Barbara Raich sehen Sie hier:

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20.24 Uhr: Neue Straßensperren wegen Unwetter, meldet die Verkehrsmeldezentrale: Die Staatsstraße Alemagna ist ab Toblach gesperrt wegen Überschwemmung. Zudem gesperrt ist die Staatsstraße im Gadertal zwischen Pederoa und Pedratsches. Grund ist ein Murenabgang.

20.06 Uhr: Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi hat das das absolute Verbot angeordnet, sich unterhalb den städtischen Brücken und längs der Ufer der Flüsse und Bäche aufzuhalten und zwar während der gesamten Dauer der Zivilschutzwarnung. "Die Hochwassergefahr besteht vor allem in unmittelbarer Nähe von Eisack und Talfer. Im Bereich der Uferböschungen besteht höchste Lebensgefahr", betont Caramaschi.

19.55 Uhr: Eine Mure hat die Straße nach Welschnofen verlegt. Die Verkehrsmeldezentrale meldet, einen Murenabgang zwischen Birchabruck und Welschnofen. Die Straße ist gesperrt. Ausweichen können Sie über Gummer.

19.40 Uhr: Die Pegel steigen weiter. Die Etsch bei Branzoll steht bei 3,7 Meter, der Eisack bei Brixen bei 2,7 Meter, die Rienz bei Vintl bei 2,6 Meter.

19.30 Uhr: Im Gadertal ist ein Seitenbach der Gader über die Ufer getreten. Von der Freiwilligen Feuerwehr Wengen heißt es: Einige Handwerksbetriebe wurden teilsweise überflutet. Der Seitenbach befindet sich an der Grenze zwischen der Gemeinde Wengen und der Gemeinde Abtei.

19.19 Uhr: Die Verkehrsmeldezentrale berichtet: Die Eisenbahnstrecke Innichen - Lienz ist zwischen Innichen und Vierschach aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

19.12 Uhr: Meteorologe Peterlin teilt auf Twitter mit: "Die Wetterstation Rotwandwiesen in Sexten hat die Marke von 300 (!) Liter pro Quadratmeter überschritten. In nur 66 Stunden."

19.01 Uhr: Die Kaltfront des Genuatiefs hat Südtirol erreicht, meldet Dieter Peterlin, Meteorologe im Landeswetterdienst. Es regnet kräftig.