Tagesschau
23. Juli 2019 aktualisiert um 14:07
Politik und Institutionen

Ende Erster Weltkrieg

Hundertster Stachel für Dornenkrone

Gedenken: Die einen sprechen von einem hundert Jahre währenden Unrecht - die anderen von Gotteslästerung.
Quelle © Rai Tagesschau Stachel im Fleisch der Patrioten
Stachel im Fleisch der Patrioten
Dieser Tage wird allenthalben des Endes des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren gedacht - auch in Südtirol. Der Südtiroler Heimatbund tat das auf seine Art und Weise und erinnerte mit einer Dornenkronen-Aktion in Bozen an die Teilung Tirols nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. 

Hundertster Stachel eingeschlagen

Am Siegesplatz wurde in die umstrittene Dornenkrone der hundertste Stachel eingeschlagen. Die Gruppe "Noi Tirolesi - Wir Tiroler" will damit an das Leid der Menschen wegen der Teilung Tirols erinnern. So ein Unrecht dürfe sich nicht wiederholen, erklärte die langjährige Politikerin der Südtiroler Freiheit, Eva Klotz, in ihrer Gedenkrede. Es wäre schon längst Zeit gewesen, die Tiroler Landesteile wieder zu vereinen anstatt Unrecht gewähren zu lassen. Ähnlich äußerten sich auch der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, und der Präsident von "Noi Tirolesi - Wir Tiroler", Vittorino Matteotti.

Kritik an der Aktion

Nicht allen gefällt die Aktion des Heimatbundes. Der österreichische Historiker Michael Gehler erklärte, die Teilung Tirols dürfe nicht mit dem Leid von Jesus Christus auf eine Ebene gestellt werden. Das sei Gotteslästerung, so Gehler.

(mm)


					

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