Tagesschau
14. Dezember 2018 aktualisiert um 17:58
Politik und Institutionen

Frankreich

Weiterer Aufstand der Gelbwesten

Das offizielle Frankreich rechnet mit dem Schlimmsten: Die Gelbwesten planen weitere Proteste, nach Studenten machen auch Bauern mobil.
Quelle © Ansa
"Die Gelbwesten werden siegen": Gelbwesten bereiten sich auf weitere Proteste vor
Vor erneuten Protesten der "Gelbwesten" wächst in Frankreich die Unruhe. Die Regierung befürchtet eine neue Eskalation der Gewalt am Samstag und will deshalb fast 90.000 Sicherheitskräfte einsetzen, alleine 8.000 von ihnen in der Hauptstadt Paris. Die „Gelbwesten“ haben für den Samstag weitere Protestkundgebungen angekündigt.

Jetzt trifft es auch Touristen

Die Proteste wirken sich auch auf den Tourismus aus. Der Eiffelturm wird am Samstag geschlossen bleiben. Auch die Pariser Oper, der weltbekannte Louvre oder das Ausstellungsgebäude Grand Palais bleiben für Touristen gesperrt.

Auch Bauern wollen protestieren

Erst am Donnerstag waren bei Protestkundgebungen mehr als 700 Schüler und Studenten vorläufig festgenommen worden. Sie hatten gegen die geplanten Reformen im Bildungsbereich protestiert und Bildungseinrichtungen blockiert. In der kommenden Woche wollen auch die französischen Bauern auf die Straße gehen.

Millionenschäden bei bisherigen Protesten

Am vergangenen Wochenende hatten sich die „Gelbwesten“ bei Protesten in Paris Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Dabei wurden mehr als 260 Menschen verletzt. Autos wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert, Schaufenster wurden zerschlagen. Es entstand Schachschaden in Millionenhöhe. Die Polizei nahm 400 Protestierer fest.

Macron will kein Öl mehr ins Feuer gießen

Staatspräsident Emmanuel Macron will sich erst Anfang kommender Woche wieder zu der Gelbwesten-Krise äußern. Vor den für Samstag geplanten Protestaktionen wolle er öffentlich nichts mehr sagen, um nicht zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen, sagte ein Sprecher Macrons. Frankreich wird seit Wochen von Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung erschüttert.

Proteste richten sich mittlerweile gegen Regierung und Macron

Auslöser waren die hohen Treibstoffpreise und eine geplante Anhebung der Ökosteuer auf Benzin und Diesel. Die Proteste hatten Mitte des vergangenen Monats begonnen. Die „Gelbwesten“ demonstrieren gegen geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, die von Staatschef Emmanuel Macron unterdessen für das kommende Jahr ausgesetzt wurden. Der Protest geht aber inzwischen wesentlich weiter – er richtet sich gegen die Reformpolitik der Regierung und gegen den Präsidenten Macron.

(APA/DPA/mm)

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