Tagesschau
04. Dezember 2021 aktualisiert um 21:31
Chronik

Mord aus Eifersucht

Gericht verurteilt Lebensgefährten von Marianne Obrist zu 30 Jahren Haft

Der Lebensgefährte von Marianne Obrist, Rabih Badr, ist zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll Obrist aus Eifersucht ermordet haben.
Marianne Obrist war am 22. August 2017 tot in ihrer Wohnung in Brixen Milland aufgefunden worden. Ihr Lebensgefährte, Rabih Badr, verständigte die Rettungskräfte und behauptete, die Frau sei gestürzt. Die Autopsie aber zeigte: Obrist war am Abend des 21. August mit einem stumpfen Gegenstand zu Tode geprügelt worden und innerlich verblutet. Wenig später wurde ein Baseballschläger in der Wohnung beschlagnahmt. Er gehörte dem Lebensgefährten und wies Blutspuren auf. Der Marokkaner wurde daraufhin wegen dringenden Mordverdachts verhaftet.

Am 22. Dezember gestand Badr, seine Lebensgefährtin getötet zu haben. Als Tatmotiv gab er Eifersucht an. 

Knapp ein Jahr nach dem Geständnis wurde Rabih Badr am Freitag am Landesgericht Bozen wegen mehrfach erschwerter vorsätzlicher Tötung zu 30 Jahren Haft verurteilt. 

Richter folgten der Staatsanwaltschaft

Die Richter folgten damit der Staatsanwaltschaft. Diese hatte 30 Jahre für Badr gefordert. Sie warf ihm erschwerende Tatmotive vor, weil er über längere Zeit auf die 39-jährige Obrist eingeschlagen haben soll. Später soll er Obrist auch noch durch drei Messerstiche verletzt haben.

Die Verteidiger Paolo Polizzi und Paolo Sedesi hingegen hatten die erschwerenden Umstände zurückgewiesen: Badr habe trotz der Schläge mit dem Baseballschläger und Messerstiche Obrist nicht töten wollen. Zudem habe Badr die Tat gestanden. Die Verteidigung rechnete mit einer Mindeststrafe von sieben bis acht Jahren, als Maximalstrafe sahen die Verteidiger 18 Jahre.

Verteidiger wollen in Berufung gehen

Die Anwälte kündigten nun an, in Berufung gehen zu wollen. Laut den Anwälten ist mit dem Urteil noch einiges unklar, unter anderem wer das Messer verwendet habe. Man fordere keinen Freispruch, hieß es von der Verteidigung, sondern Gerechtigkeit.

(et/pg)

					

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