Tagesschau
14. Mai 2021 aktualisiert um 18:31
Chronik

​Die „mammoni“ - Immer mehr Nesthocker in Italien

Angesichts unsicherer Jobchancen ist die Zahl der jungen Italiener, die im Elternhaus wohnen bleiben, angestiegen. Die sogenannten „mammoni“ werden mehr.
Quelle © pexels Immer mehr Männer bleiben im
Immer mehr Männer bleiben im "Hotel Mama".
Laut Eurostat-Daten leben 66,4 Prozent der Italiener im Alter zwischen 18 und 34 Jahren bei ihren Eltern. Im Vorjahr waren es noch 65,8 Prozent. Dieser Anteil liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 50 Prozent.
 
In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren leben immerhin noch 39,3 Prozent der Italiener bei den Eltern, der EU-Durchschnitt liegt hier bei 30,6 Prozent.
 

Phänomen ist männlich

Das Phänomen der „mammoni“ betrifft vor allem junge Männer: Zwischen 18 und 34 Jahren leben noch 72,7 Prozent der Männer bei den Eltern, bei den Frauen derselben Altersgruppe sind es 59,8 Prozent.
 
Der EU-Durchschnitt liegt bei 56,2 Prozent für Männer und 43,5 Prozent für Frauen.
 

Italien wegen Nesthocker in Gefahr?

 
Demografen sehen das als Alarmzeichen: Die "Nesthocker-Generation" sei ein Problem für die Entwicklung des Landes, warnen sie. Nicht nur Probleme bei der Suche nach Arbeit und Wohnung erschwerten die Trennung von den Eltern. Auch kulturelle Faktoren würden eine Rolle spielen. Viele junge Frauen seien Nesthockerinnen, obwohl sie finanziell selbstständig seien. Als Gründe nannten Forscher die hohen Mieten in Italien und ein Desinteresse an der Ehe.
 
(apa/br)

					

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