Tagesschau
19. September 2019 aktualisiert um 22:26
Gesellschaft

Sicheres Südtirol?

Immer mehr Gemeinden setzen auf Überwachungskameras, um ihren Bürgern mehr Sicherheit zu garantieren. Gute Idee oder Gefahr für die Privatsphäre?
Quelle © Pexels Wie sicher ist Südtirol? Eine Frage, die sich derzeit auch viele Bürgermeister stellen.
Wie sicher ist Südtirol? Eine Frage, die sich derzeit auch viele Bürgermeister stellen.
Die Marktgemeinde Lana wird noch innerhalb des ersten Halbjahres 2019 sechs Überwachungskameras anbringen. Diese sollen vor Kleinkriminalität und Verstößen im Straßenverkehr schützen.

Der Bürgermeister von Lana, Harald Stauder, ist überzeugt, dass mit Überwachungskameras gezielt Verbrechen verhindert werden können. Die Erfahrung anderer Gemeinden außerhalb Südtirols „haben gezeigt, dass damit die  Kleinkriminalität wie Fahrraddiebstähle merklich zurück gegangen sind“, betont Harald Stauder im Gespräch mit Rai Südtirol.

Sicherheit vor Privatsphäre

Außerdem könne man mit Hilfe der Aufnahmen erkennen, ob eine Autoversicherung bezahlt oder ein Fahrzeug gestohlen worden sei. Kameradaten können von der Ortspolizei und den Carabinieri online abgerufen werden, die Staats- oder Finanzpolizei kann auf die Daten nur auf Anfrage zugreifen.

„Dass immer mehr Bürger für ihre Wohnviertel den Antrag auf Kameras stellen, zeigt, dass den Bürgern das Gefühl der Sicherheit offenbar immer wichtiger ist, als der Schutz der Privatsphäre“, betont Harald Stauder. Die Kosten für die sechs Kameras in Lana betragen 150.000 Euro. 60 Prozent der Kosten trägt das Innenministerium.

Südtirol ist immer noch ein sicheres Pflaster

Ortspolizist Cristian Carli
Im RAI Südtirol Morgengespräch bezeichnete der Präsident der Vereinigung der Südtiroler Ortspolizei Christian Carli, die Investition in Kameras als sehr sinnvoll. „Kameras bringen etwas, weil man weiß, wer im Ort zirkuliert“, sagt Carli. Durch Kameras an den Dorf-Ein- und Ausfahrten, könne die Ortspolizei rechtzeitig auf verdächtige Fahrzeuge reagieren.

Noch wichtiger als Kameras sei jedoch die Mitarbeit der Bevölkerung. Die Menschen sollten nicht in Hysterie verfallen, sondern Aufmerksam sein, Augen und Ohren offen halten und bei verdächtigen Beobachtungen umgehend die Ortspolizei informieren, betont der Ortspolizist. „Südtirol ist immer noch ein sicheres Pflaster“ fasst Carli die Erfahrungen seiner Polizeiarbeit zusammen.

„Sicheres Südtirol“ fragt auch „Pro und Contra“

Auch in der TV-Sendung „Pro und Contra“ von Dienstagabend geht es um die Frage, wie sicher Südtirol ist. Moderator Christian Bassani diskutiert darüber mit der Landtagsabgeordneten Ulli Mair von den Freiheitlichen und mit Hanspeter Staffler, Landtagsabgeordneter der Grünen. Die Live-Sendung beginnt nach der Tagesschau um 20.20 Uhr.

(joi/al)

					

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