Tagesschau
04. Juli 2022 aktualisiert um 18:00
Gesundheit

Pestizide: Kilometerweite Verbreitung mit dem Wind?

Das Umweltinstitut München hat die Pestizid-Verbreitung im mittleren und oberen Vinschgau untersucht. Ergebnis: Pestizide werden kilometerweit bis hinauf in abgelegene Seitentäler verfrachtet.
Quelle © Cipra Südtirol
Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide landen nie zu 100 Prozent an ihrem Zielort - also den Pflanzen. Ein Teil verbleibt im Boden, gelangt in Gewässer oder wird vom Wind davongetragen.
 
Diese These war Ausgangspunkt der Untersuchungen des Umweltinstituts München, durchgeführt zwischen Februar und August des vergangenen Jahres an vier ganz unterschiedlichen Standorten im oberen und mittleren Vinschgau. Darunter sind ein Garten im Zentrum von Mals und ein abgelegener Hang bei Burgeis.  
Herausgekommen ist laut dem Umweltinstitut München ein eindeutiges Ergebnis: Pestizide werden (zumindest im Vinschgau) über kilometerlange Distanzen bis hinauf in abgelegene Seitentäler verfrachtet und bleiben dort, betont Karl Bär, Referent für Agrarpolitik beim Umweltinstitut und Leiter des Messprojekts.

Dutzende gefährliche Stoffe

Insgesamt weist das Umweltinstitut München Dutzende gefährliche Stoffe in den Standorten nach, darunter angeblich hochgradig gesundheitsgefährdende Stoffe wie Captan oder Thiacloprid. Wie hoch die Konzentration in den einzelnen Standorten genau ist, geben die Umweltschützer nicht an. Allerdings spricht das Umweltinstitut von einer "Dauerbelastung" von Mensch und Natur mit Pestiziden - Anrainer und wie betont wird - Urlaubsgäste - mit eingenommen.

Hecken reichen nicht aus

Eine weitere Aussage des Umweltinstituts: Hecken und andere gängige Schutzmaßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Abdrift zu verhindern. Und ein Appell geht auch an die Südtiroler Landesregierung: nämlich nachzumessen.

(hp)

					

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