Tagesschau
25. September 2020 aktualisiert um 18:49
Gesundheit

Europäische Union

EuGH: EU-Behörde muss Studien über Glyphosat veröffentlichen

Der Europäische Gerichtshof hat die EU-Lebensmittelbehörde verurteilt, Studien über die Wirkung von Glyphosat zu veröffentlichen.
Quelle © Ansafoto
Der Europäische Gerichtshof EuGH hat am Donnerstag die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verurteilt. Die EFSA hatte sich geweigert, Studien über die Toxizität und die krebserregende Wirkung des Wirkstoffs Glyphosat zu veröffentlichen. Es gebe ein Interesse der Öffentlichkeit am Zugang zu solchen Informationen, urteilte der Gerichtshof.
Dieses Interesse bestehe nicht nur darin zu wissen, was in die Umwelt freigesetzt werde, heißt es in der Begründung des Urteils. Die Öffentlichkeit sollte auch verstehen, in welcher Weise die Umwelt durch die fraglichen Emissionen beeinträchtigt werden kann.

Der Hintergrund des Streits 

Glyphosat ist eine in Pestiziden - also Pflanzenschutzmitteln - verwendete chemische Substanz und eines der gängigsten Herbizide in der EU. Es wurde vom 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2012 in die Liste der zugelassenen Wirkstoffe aufgenommen. Diese Aufnahme wurde vorübergehend bis 31. Dezember 2015 verlängert. Ein Antrag auf Zugang zu Dokumenten im Zusammenhang mit zwei Toxititätsstudien war von der EFSA verweigert worden.

Gefährlichkeit von Glyphosat umstritten

Die Kläger verwiesen darauf, dass das Internationale Krebsforschungszentrum im März 2015 Glyphosat als potenziell krebserregend eingestuft hatte. Gleichzeitig hatte der Peer-Review der EFSA im November 2015 angegeben, dass Glyphosat für den Menschen wahrscheinlich nicht krebserregend sei.

(pm)

					

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