Tagesschau
15. Dezember 2019 aktualisiert um 19:04
Medien

Gabriel-Grüner-Stipendium und -Schülerpreis vergeben

Das Gabriel-Grüner-Stipendium ermöglicht 2019 eine engagierte Reportage über Nachkommen deportierter Minderheiten in Kasachstan. Der Schülerpreis geht an Nora Nicolussi Moz und Verena Pfeifhofer vom Sprachengymnasium Bruneck.
Quelle © Federico Rios Die Agentur Zeitenspiegel zeichnet engagierte Reporter aus.
Die Agentur Zeitenspiegel zeichnet engagierte Reporter aus.
Das Gabriel-Grüner-Stipendium geht 2019 an die Deutsche Viktoria Morasch (Text) und die Portugiesin Matilde Viegas (Fotos). Das entschied die Jury in Mals.

Die beiden Reporterinnen planen ein Porträt von Karaganda. In der kasachischen Stadt leben vor allem Nachkommen von Minderheiten, die während des Stalinismus in die Steppe deportiert wurden. Das Stipendium von 6.000 Euro unterstützt dieses Vorhaben. Zusätzlich erhalten die Autorin und die Fotografin ein zweimonatiges Residenzstipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.

Für das 20. Gabriel-Grüner-Stipendium wurden 40 Bewerbungen eingereicht. Das Stipendium erinnert an den Malser Stern-Reporter Gabriel Grüner, der 1999 zusammen mit dem Fotografen Volker Krämer und dem Übersetzer Senol Alit im Kosovo ermordet wurde. Es wird an ein Autoren-Fotografen-Team für ein gemeinsames Reportage-Projekt vergeben.

Gabriel-Grüner-Schülerpreis geht nach Bruneck

Den fünfte Gabriel-Grüner-Schülerpreis für Südtirol, den Zeitenspiegel Reportagen 2019 zum fünften Mal gemeinsam mit der Deutschen Bildungsdirektion und dem Südtiroler Wochenmagazin ff verleiht, erhalten Nora Nicolussi Moz und Verena Pfeifhofer. Die beiden Schülerinnen des Sprachengymnasiums Bruneck wurden für ihre Reportage "Drei Herzen vereint – Eingehakt in ein gemeinsames Leben" ausgezeichnet. Die Reportage beschreibt, wie Jugendliche mit und ohne Behinderung im Projekt "Hond in Hond" gemeinsam ihre Freizeit verbringen.

Der Gabriel-Grüner-Schülerpreis möchte junge Menschen fördern, die sich für den Beruf des Journalisten interessieren. Er ist mit 1.000 Euro dotiert. Zudem bekommt das Gewinner-Team die Möglichkeit, beim Magazin ff und bei Zeitenspiegel Reportagen zu hospitieren.

Das Gabriel-Grüner-Stipendium und der -Schülerpreis werden am 28. Mai um 19 Uhr in Mals übergeben.

Hansel-Mieth-Preis 2019

Der 21. Hansel-Mieth-Preis 2019 geht an Jan Christoph Wiechmann (Text) und Federico Rios (Fotos) für ihre Reportage "Plötzlich Frieden" (Geo). Die beiden Reporter beschreiben den Friedensprozess in Kolumbien nach 52 Jahren Bürgerkrieg am Beispiel dreier Mitglieder der marxistischen Guerilla FARC. Über siebzehn Monate hinweg begleiteten sie einen Kommandanten und zwei Kämpferinnen vom Urwaldcamp bis in die Zivilisation. Die Reportage schildert berührend, wie sie sich im herbeigesehnten Frieden nicht zurechtfinden.

Die Reportergemeinschaft Zeitenspiegel Reportagen erinnert mit dem renommierten Preis an ihr 1998 verstorbenes Ehrenmitglied Johanna "Hansel" Mieth. Sie widmete sich als Fotoreporterin für das amerikanische Magazin LIFE sozialen Themen. Mit dem Preis werden herausragende engagierte Reportagen gewürdigt, Text und Fotos werden gleichermaßen bewertet. Gabriel Grüner war Gründungsmitglied der Jury.

Der Hansel-Mieth-Preis digital geht an Reporter Marius Münstermann und Fotograf Christian Werner für ihre Multimedia-Reportage "Jagd auf die Holz-Mafia" über den Raubbau am Urwald in Kambodscha. Die Reportage wurde im November 2018 in der Digital-Ausgabe von "Der Spiegel" und auf "Spiegel online" veröffentlicht.

Die Verleihung der Hansel-Mieth-Preise findet am 2. Mai um 19 Uhr im Rathaus Fellbach bei Stuttgart statt.

(rd)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Medien