Tagesschau
20. März 2019 aktualisiert um 17:31
Politik und Institutionen

Italien

"Fatale Botschaften"

​​Die SVP-Senatorin Julia Unterberger warnt vor wieder aufkommender Frauenfeindlichkeit in den Gerichten.
Quelle © Ansa Foto Julia Unterberger
Julia Unterberger
Es sei eine Häufung von Urteilen festzustellen, die durch die Hintertür die Logik der Ehrdelikte wieder einführten, sagte Unterberger zu Rai Südtirol. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Jahr 2018 über 100 Frauenmorde in Italien hatten. Da ist es schon sehr bedenklich, wenn in Urteilsbegründungen den Frauen eine Mitschuld gegeben wird, oder das Verhalten der Täter durch ihren emotionalen Zustand gerechtfertigt wird", betont Unterberger. "Die Richter und Richterinnen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein und müssen damit rechnen, dass Auszüge aus ihren Urteilen entnommen werden und dass dies dann zu fatalen Botschaften führen kann."

Ein Urteil in Ancona hatte für hefige Reaktionen gesorgt: Das Gericht hatte eine Frau als zu unattraktiv eingestuft, um vergewaltigt zu werden. Bei einem anderen Urteil in Genua wurden einem Mann mildernde Umstände eingeräumt, der seine Frau mit mehreren Messerstichen in die Brust getötet hatte. Die Frau hatte sich geweigert, ihren Liebhaber zu verlassen und zu dem Mann zurückzukehren.

(ni)

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