Tagesschau
20. März 2019 aktualisiert um 17:16
Chronik

Neuseeland Anschlag

Mordanklage gegen Australier

Ein 28-Jähriger und zwei weitere Verdächtige bleiben in Gewahrsam. Premierministerin Ardern: Schütze wollte Tat fortsetzen - Verschärfung der Waffengesetze angekündigt.
Quelle © Ansa Neuseeland Attentat
Neuseeland Attentat
Der mutmaßliche Moschee-Attentäter von Christchurch ist erstmals einem Richter vorgeführt worden. Dieser legte dem 28-jährigen Australier in der Anhörung offiziell Mord zur Last. Weitere Anklagepunkte dürften noch folgen. Der Australier stellte keinen Antrag auf Freilassung gegen Kaution und bleibt weiter in Gewahrsam. Am 5. April soll er wieder vor Gericht erscheinen.

42  Verletzte behandelt

Nach dem Anschlag wurden am Samstag noch 42 Verletzte im Krankenhaus behandelt, darunter ein vierjähriges Kind. Die Todesopfer und Verletzten stammten aus zahlreichen Ländern, darunter die Türkei, Bangladesch, Indonesien, Malaysia und Saudi-Arabien.

Schärfere Waffengesetze

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern kündigte als Konsequenz aus dem Anschlag eine Verschärfung der Waffengesetze an. Der Tatverdächtige hatte laut Ardern im November 2017 einen Waffenschein der Kategorie A erhalten und im folgenden Monat mit dem Kauf der fünf Waffen begonnen, die er bei dem Attentat benutzte.
 
In Neuseeland kann jeder Bürger über 16 Jahren einen Waffenschein erhalten, wenn er zuvor einen Sicherheitskurs durchlaufen hat. Mit dem Schein können dann rechtmäßig Waffen erworben werden. Damit ist das Waffenrecht in Neuseeland deutlich laxer als in Australien.

Täter wollte weitermachen

​Ardern zufolge hatte der Schütze geplant, seine Tat fortzusetzen, allerdings konnten ihn zwei Beamte in seinem Auto stoppen. "Er hatte absolut die Absicht, seine Attacke fortzuführen", sagte die Regierungschefin. In seinem Auto seien zwei weitere Feuerwaffen sichergestellt worden. Nach Angaben der Polizei vergingen vom ersten Alarm bis zur Festnahme 36 Minuten.

(zb)

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