Tagesschau
27. Mai 2019 aktualisiert um 12:44
Politik und Institutionen

Tag der Befreiung

Nie wieder Faschismus - das Gedenken in Bozen

Zum Jahrtag der Befreiung Italiens von Faschismus und Nationalsozialismus fanden zahlreiche Veranstaltungen statt.
Quelle © Rai Tagesschau
In Bozen fanden am Donnerstag mehrere Gedenkfeiern zum Tag der Befreiung von Faschismus und Nationalsozialismus statt. Landeshauptmann Kompatscher nahm an der Kranzniederlegung bei der Mauer des ehemaligen Durchgangslagers in der Reschenstraße teil. 70 Jahre ohne Krieg verdanke Europa der Überwindung nationalistischer Ideen und der Zusammenarbeit, sagte Kompatscher. Ein geeintes Europa sei auch die Antwort auf den neu aufflammenden Nationalismus, so Kompatscher, der auch die Haltung der Lega in Italien kritisierte.

Es ist eigenartig, daß Innenminister und Lega-Chef Salvini nicht an den Feierlichkeiten teilgenommen hat, besonders nach den Ermittlungen gegen die faschistischen Aktionen von radikalen Lazio-Fans anläßlich des Fußabll-Italienpokal-Bewerbs in Mailand. 

Arno Kompatscher, Landeshauptmann
Der Südtiroler Lega-Landesrat Maurizio Vettorato nahm als Vertreter der Landesregierung an der Gedenkfeier der Mauer des ehemaligen Durchgangslagers in der Bozner Reschenstraße teil. Vettorato kritisierte jegliche politische Vereinnahmung der Gedenkfeiern. 

Knoll: Gedenken ist pure Heuchelei

Die Südtiroler Freiheit hat das Gedenken an die Befreiung vom Faschismus als pure Heuchelei bezeichnet. Im Bozner Gemeinderat würden bekennende Neofaschisten sitzen, im ganzen Land gebe es noch immer faschistische Relikte und faschistische Ortsnamen. Zudem kandidiere die SVP bei den Europa-Wahlen zusammen mit der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini, kritisiert Sven Knoll. 

(jn)

 

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