Tagesschau
22. September 2019 aktualisiert um 21:41
Politik und Institutionen

Tag der Befreiung vom Faschismus

Di Maio wirft der Lega Geschichtsfälschung vor

Spannungen in der Regierung auch am Tag der Befreiung vom Faschismus: Die Lega-Minister nehmen an den Gedenkfeiern nicht teil, Luigi Di Maio wirft ihnen Geschichtsfälschung vor.
Quelle © ANSA  Wieder einmal angspannt ist die Stimmung zwischen Matteo Salvini und Luigi Di Maio
Wieder einmal angspannt ist die Stimmung zwischen Matteo Salvini und Luigi Di Maio
Die heutigen Gedenkfeiern zum Tag der Befreiung vom Faschismus verschärfen die Spannungen zwischen den Koalitionspartnern Lega und Movimento Cinque Stelle. 
 
Der 25. April erinnert an die Befreiung Italiens von Faschismus und Nationalsozialismus und an die Opfer des Zweiten Weltkriegs - doch kein Minister der Lega nimmt an den Gedenkfeiern teil. Der Vorsitzende des Movimento Cinque Stelle, Luigi Di Maio, wirft der Lega vor, Geschichtsfälschung zu betreiben. Es sei schwerwiegend, die Befreiung vom Faschismus zu leugnen, sagte er. Lega-Chef und Innenminister Matteo Salvini entgegnete, das wichtigste Problem sei derzeit die Befreiung von der Mafia und nicht jene vom Faschismus. Ministerpräsident Giuseppe Conte zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Regierung hält.

Obermair: "Mehr als eine Erinnerungskontroverse"

Dass kein Lega-Vertreter an den Gedenkfeiern zum Tag der Befreiung teilnimmt, hält der Bozner Historiker Hannes Obermair für sehr bemerkenswert. Dadurch werde der liberale Grundkonsens der Gesellschaft zerstört. "Das ist mehr als eine Erinnerungskontroverse", sagt er. Das ganze habe in der Ära Berlusconi 1994/95 begonnen, als der 25. April als Grundkonsens in Frage gestellt worden sei. "Jetzt aber ist diese Mischung aus Unverfrorenheit, Unwissenheit und offen zur Schau getragenen Neofaschismus an der Regierungsspitze angekommen", sagt er.

(pt/ep)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Politik und Institutionen