Tagesschau
24. September 2020 aktualisiert um 06:24
Wirtschaft und Arbeit

Von wegen Übertourismus

Verein will Südtiroler Tourismus eine Imagekur verpassen

Der Verein Vitalpin fasst in Südtirol Fuß. Sein Credo: Es gibt nicht zu viel Tourismus. Es gibt nur schlechte Vermarktung.
Quelle © LPA Mir nach! Verein will Südtirols Touristikern zeigen, wie gute Imagepflege geht
Mir nach! Verein will Südtirols Touristikern zeigen, wie gute Imagepflege geht
Vitalpin - so nennt sich eine Interessensgemeinschaft quer durch die Alpenländer, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Image des Tourismus aufzupolieren. Frei nach dem Motto: Übertouristische Orte? Das ist ein Image-Problem, kein wirkliches Problem.

Gestartet ist die Initiative in Österreich. Präsentiert hat sich sich erstmals auf der Internationalen-Tourismus-Börse ITB in Berlin, der weltgrößten Tourismusmesse überhaupt. Jetzt hat die Initiative ihren Antrittsbesuch in Südtirol abgehalten. Dabei haben der Obmann von Vitalpin Hannes Parth, einst Manager der Silvretta-Seilbahn AG in Ischgl, und die Tourismus-Managerin Theresa Haid jede Menge neue Südtiroler Bündnispartner vorgestellt. 

Österreich, Südtirol, die Schweiz und Deutschland machen laut Haid bei Vitalpin mit. Auch in Südtirol wurden bereits Partner gefunden. "Wir waren schon recht fleißig und haben potente Partner gewinnen können - unter anderem IDM, Bauernbund, HGV, die Handelskammer Bozen und der Verband der Seilbahn-Unternehmer Südtirols", sagt Haid. Obmann Parth legt die Stoßrichtung fest:

Wir wollen die Einstellung der Menschen zum Tourismus ändern. Wir wollen das Bewusstsein wecken, dass Tourismus der einzige Weg ist, insbesondere in den abgelegenen Seitentälern, um hier leben und wirtschaften zu können.

Initiator und Obmann von Vitalpin Hannes Parth

Es geht darum, dem Tourismus das schlechte Image zu nehmen. "Die Probleme sind überall dieselben, in Nordtirol wie in Südtirol. Wir kämpfen für die Interessen des Tourismus und versuchen alle, die daran Interesse haben, mit ins Boot zu holen", sagt Hannes Parth.

Vitalpin will auf Gegner zugehen

Dabei sollen Vorträge und wichtige Kommunikationspunkte genutzt werden - Messen etwa, kündigt Haid an: "Eine der ersten Aktionen wird im Rahmen der Interalpin in Innsbruck, eine der größten Berg- und Alpinmessen im Alpenraum, stattfinden. Wir haben eine Diskussionsgruppe geplant, mit Experten und Mitgliedern von uns."

Wie erreicht man aber die dezidierten Gegner eines forcierten Tourismus? Man werde mit ihnen Kontakt aufnehmen, sagt Obmann Hannes Parth, zum Beispiel in Südtirol mit dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz.

​Noch ist die ganze Interessensgemeinschaft also noch in den Startlöchern. Aber sie wollen das schlechte Image des Tourismus in den Alpen korrigieren. Und die Bedeutung des Tourismus als Lebensgrundlage der Menschen in den Alpen deutlicher herausstreichen.

(ni/pg)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Wirtschaft und Arbeit