Tagesschau
25. Februar 2020 aktualisiert um 22:31
Chronik

Kanada

"Zwei Europäer verschüttet": Bangen um Lama und Auer

Die Verwaltung der kanadischen Nationalparks bestätigt, dass zwei Europäer und ein Amerikaner von einer Lawine am Howse Peak verschüttet wurden.
Quelle © facebook/davidlama facebook/hansjörgAuer wikipedia
Eine Lawine in den kanadischen Rocky Mountains hat drei Bergsteiger verschüttet. Die Lawine soll von großen Ausmaßen sein. DIe Naturparkverwaltung "Parks Canada" geht laut einer Pressemitteilung an kanadische Medien davon aus, dass alle drei Verschütteten verstorben sind. Eine Bergung ist laut Parks Canada derzeit nicht möglich, die Lawinengefahr ist zu groß. Bei den Verschütteten soll es sich um die Tiroler Alpinisten David Lama und Hansjörg Auer handeln. Der amerikanische Alpinist ist laut örtlichen Medien der Kletterer und Extrembergsteiger Jess Roskelley. Die Gruppe war unterwegs auf Touren am Howse Peak, dem höchsten Gipfel der Waputik Mountains in den kanadischen Rockie Mountains.

Sponsor bestätigt Tour am Howse Peak

Der Sponsor der Alpinisten "The North Face" bestätigte in einer Pressemeldung, dass sich die drei Athleten in dem Gebiet am Howse Peak befanden. Der Sponsor bestätigte am Donnerstag auch, dass alle drei Bergsteiger vermisst werden. Die Rettungskräfte gehen vom Schlimmsten aus, so The North Face. Man werde versuchen in dieser schwierigen Zeit den Familien, Angehörigen und Freunden beizustehen, schreibt der Outdoor-Sportartikel-Hersteller in seiner Meldung.

Vater von Jess Roskelley meldete Sohn als vermisst

Sie wollten eine Route Namens M16 in Angriff nehmen, erklärte Jess Roskelley laut einem Online Magazin seiner Heimatstadt seinem Vater John vor dem Start. Nach dem Tourende wollte er seinen Vater telefonisch kontaktieren. Der Anruf blieb aus, der Vater verständigte die Behörden. Die Crew eines Rettungshelikopters konnte dann am Donnerstag Nachmittag aus der Luft alpine Ausrüstungsgegenstände sichten.
Der Howse Peak im Banff Nationalpark: Hier wurden die drei Alpinisten verschüttet. (Quelle: Parks Canada)
 
Die drei Kletterer Lama, Auer und Roskelley gehören zu den besten der Welt und wurden durch spektakuläre Aktionen im Alpinismus bekannt.

"Das Ziel eines Alpinisten sollte es sein, mindestens 70 zu werden - sagte schon Reinhold Messner"
Hansjörg Auer

In einem Interview mit dem Onlineportal bergsteiger.de sprach der Ötztaler Hansjörg Auer erst im Juli des Vorjahres über seine Passion, und über die Gefahren die der Sport mit sich bringt. Im Interview sprach er damals über Fehler und auswegslose Situationen: "Manchmal denkt man es gibt keine Ausweg mehr, und dann gibt es doch einen. Es gibt immer einen." Eines der großen Vorbilder Auers sei Reinhold Messner, so sagte er es im Gespräch mit bergsteiger.de. Vor allem was das Alter betreffe, denn er sehe das genauso wie Reinhold Messner: das Ziel eines Alpinisten sollte es sein, mindestens 70 zu werden.

Am 25. Oktober 2018 machte David Lama mit der Erstbesteigung des Lunag Ri (6895m) im Himalaya Schlagzeilen.



(fm)

					

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