Tagesschau
15. September 2019 aktualisiert um 16:26
Politik und Institutionen

​Sri Lanka

Beängstigende Unruhe, grausige Irrtümer

Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind gut hundert Menschen weniger getötet worden als bisher angenommen. Manche Leichen wurden mehrfach gezählt.
Quelle © Ansa 100 Tote weniger
100 Tote weniger
Es sind die erschütternden Details des Terrors, die Tage nach dem Anschlag am Ostersonntag in Sri Lanka zu Nachrichten werden. So musste die Opferzahl nach Abschluss der Autopsien von 359 auf 253 korrigiert werden, weil nach den Explosionen am Ostersonntag mehrere schwer verstümmelte Leichen doppelt gezählt worden waren.

Gefahr noch nicht gebannt.

Vier Tage nach den blutigen Anschlägen ist die Gefahr weiterer Angriffe in dem Inselstaat dabei noch nicht gebannt. Auch weil sich einmal mehr zeigt, dass Terror potentiell Terror generiert.

Angst vor AnschlägenAngst vor Anschlägen

Angst vor Racheaktionen

So mussten in Negombo im Westen des Landes, wo am Ostersonntag mehr als hundert Christen in einer Kirche getötet worden waren, zahlreiche Muslime ihre Unterkünfte räumen, weil die Eigentümer Vergeltungsaktionen auf ihren Grundstücken fürchteten.

Gewaltspirale dreht sich

Einige Muslime seien auch aus eigenem Antrieb geflohen, nachdem Unbekannte in der Stadt in ihre Häuser eingedrungen seien und sie geschlagen hätten. In einer Moschee der Stadt suchten demnach vermutlich bis zu 700 Muslime Zuflucht. Rund 120 weitere hätten Schutz in einer Polizeistation gefunden. Mehrere hundert weitere Muslime seien in einer Moschee im rund 25 Kilometer entfernten Pasyala untergekommen.

Bevölkerung verunsichert

Rund zehn Prozent der insgesamt 21 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Muslime. Der Buddhismus ist in dem Inselstaat die am weitesten verbreitete Religion. Die islamischen Geistlichen des Landes kündigten an, die Attentäter nicht beisetzen zu wollen.

"Diejenigen, die diese barbarischen Anschläge auf unschuldige Zivilisten verübt haben, gehören nicht zu uns und deshalb erklären wir kategorisch, dass wir ihre Leichen nicht entgegennehmen"

sagte Rizwe Mufti vom Dachverband der islamischen Kleriker in Sri Lanka.
 
(zb)

					

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