Tagesschau
13. November 2019 aktualisiert um 21:36
Wirtschaft und Arbeit

Südtirol

Wohnbauförderung: Die Vorschläge der Opposition

Ein Eigenheim ist für viele ein Traum, aber nur für wenige leistbar. Derzeit wird die Wohnbauförderung in Südtirol überarbeitet, und in diesem Zusammenhang fordert die Opposition im Landtag die Landesregierung auf, konkrete Maßnahmen.
Quelle © Rai Tagesschau


Die Forderungen und Vorschläge der Oppositionsparteien

Das Team Köllensperger

Jeder soll in Südtirol zu angemessenen Kosten wohnen können, aber nicht jeder braucht ein Eigenheim - das ist die Meinung der Abgeordneten des Teams Köllensperger. Die größte Oppositionspartei im Landtag fordert von der Landesregierung daher Maßnahmen, damit die vielen leerstehenden Wohnungen dem Mietmarkt zugeführt werden können. Die Wohnbauförderung selbst hält das Team Köllensperger für recht erfolgreich.

Die Freiheitlichen

Die Freiheitlichen fordern einen Anpassung der Punktezahl: derzeit braucht es 20 Punkte für den Kauf einer Wohnung und 23 Punkte für den Neubau - die Freiheitlichen halten diese hohe Hürde für unpraktikabel, weil besonders alleinstehenden und jungen Menschen der Zugang zur Wohnbauförderung dadurch so gut wie versperrt bleibe. Laut den Freiheitlichen treiebn die hohen Baukosten in Südtirol die Preise für das Eigenheim und auch für Mietwohnungen in die Höhe. Deshalb fordern sie von der Landesregierung, dass die Baustandards neu überprüft werden. Nicht jeder Neubau muss laut den Freiheitlichen ein Klimahaus A sein. Zudem fordern die Freiheitlichen dass die Ansässigkeitspflicht als Zugangsvoraussetzung für eine Sozialwohnung von 5 auf 10 Jahre erhöht wird, genauso wie es im restlichen Italien der Fall ist. 

Die Grünen

Die Grünen sehen im Klimahaus A eine energetische Errungenschaft, die nicht aufgegeben werden sollte. Südtirol solle klimatechnisch eine Vorreiterrolle spielen. Grundsätzlich sind die Grünen der Meinung, dass die Baukosten insgesamt gesenkt werden sollen und dass es mehr Mietwohnungen braucht. Der Voschlag der Grünen: Zum einen soll erhoben werden, wie viele Wohnungen leerstehen, zum anderen soll es beim Neubau von Wohnungen rascher gehen, also etwa bei den Baugenehmigungen. Ein Kernthema der Grünen ist das Wohnen für junge Menschen und sie fordern Maßnahmen, damit diese den Einstieg in die eigenen Wohnwelt besser schaffen, also auch Erleichterungen etwa bei Krediten. 

Deeg: "Es braucht neue Akzente"

Ab 13 Uhr haben die Hörer von Rai Südtirol mit Wohnbaulandesrätin Waltraud Deeg diskutiert. Die Wohnbaupolitik in Südtirol sei in den vergangenen Jahrzehnten sehr erfolgreich gewesen, sagte Deeg. Immerhin gebe es im Land einen Eigentumsanteil von 70 Prozent. Es brauche aber durchaus auch neue Akzente, erklärte sie. Zwei neue habe es schon in der letzten Legislatur gegeben: Zum einen wurde das Bausparen eingeführt, zum zweiten werde die Sanierung gefördert.

Deeg will auch überprüfen, ob jeder Neubau ein Klimahaus A sein muss oder ob auch der Klimahaus-B-Standard ausreichen würde. Die Landesrätin stellte auch eine Anpassung bei den für die Förderungen notwendigen Punkten für den Kauf und Bau von Wohnungen in Aussicht. 

Die Diskussion zum Nachhören gibt es hier (Mittagsmagazin vom 24.04.2019, ab Minute 38, abrufbar bis zum 01.05.2019)

(vv/fm)

					

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