Tagesschau
18. Mai 2022 aktualisiert um 18:29
Gesellschaft

Bozen

Bischof warnt vor Instrumentalisierung der Vergewaltigung

Bischof Ivo Muser richtet nach der Vergewaltigung von Bozen einen Appell an die Bürger.
Quelle © Rai Südtirol Bischof Ivo Muser verwehrt sich gegen Pauschalurteile
Bischof Ivo Muser verwehrt sich gegen Pauschalurteile
Bischof Ivo Muser verurteilt die Vergewaltigung des 15-jährigen Mädchens in Bozen klar. In einer Pressemitteilung drückt der Bischof dem Mädchen und seiner Familie seine Solidarität aus. Wer solche Gewaltverbrechen begeht, müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Gleichzeitig weist der Bischof darauf hin, dass Gewalt gegen Mädchen und Frauen am häufigsten in der Familie und im Bekanntenkreis verübt werde. "Nicht Pauschalurteile und Generalverdächtigungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund führen uns weiter, sondern ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit in unserem Denken, Reden und Tun", schreibt der Bischof. Am weitaus häufigsten erlitten Frauen Gewalt im Kreis der Familien und unserer nächsten Beziehungen.

Bischof: Straftat nicht für eigene Zwecke missbrauchen

"Niemand hat das Recht, solche Verbrechen für eigene Zwecke zu missbrauchen", betont der Bischof. "Auch damit wird unserem Zusammenleben und dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft Gewalt angetan." Nicht kräftige Sprüche würden eine Gesellschaft weiterbringen, sondern nur persönliches und gesellschaftliches Umdenken und Umkehren. "Gewalt gegenüber Frauen darf nie gerechtfertigt und verharmlost werden.“

Am Montagnachmittag ist am Talferufer in Bozen ein 15-jähriges Mädchen vergewaltigt worden. Die Ermittler gehen von zwei Tätern aus. Verdächtige wurden bislang nicht gefasst. Am Freitag gab der Leitende Oberstaatsanwalt Giancarlo Bramante Details zu den Ermittlungen bekannt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

(mm/pg)

					

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