Tagesschau
19. September 2020 aktualisiert um 20:39
Wirtschaft und Arbeit

Post

Post hält Vertrag nicht ein - Land zahlt nicht

Die Ziele des Zweijahresabkommens mit der Post wurden laut Landeshauptmann Kompatscher nicht erreicht. Daher wird das Land auch nicht die vereinbarten 10 Millionen Euro zahlen.
Quelle © Rai Tagesschau  Das Abkommen zwischen Post und Land hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Das Abkommen zwischen Post und Land hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
„Ziel verfehlt“. Der Landeshauptmann spricht Klartext. Das Abkommen des Landes mit der Post hat nicht die gewünschten Verbesserungen gebracht. Daher will das Land die vereinbarten 10 Millionen für einen besseren Postdienst in Südtirol auch nicht überweisen. Kompatscher reagiert damit auf Klagen, die seit geraumer Zeit laut werden.

Nicht nur langsamer, auch teurer

Kunden und Gewerkschafter haben in den letzten Monaten immer wieder Alarm geschlagen: die Post in Südtirol werde immer langsamer, bei der Zustellung gebe es immer wieder Probleme. Eine Erhebung der Verbraucherzentrale bestätigte nun, was seit Monaten beklagt wird: Die Post braucht doppelt so lang für einen Brief als noch vor fünf Jahren. Im gleichen Zeitraum wurden Postsendungen und Briefe aber wesentlich teurer.

10 Millionen vom Land waren geplant

Dabei sollte eigentlich alles besser werden. 2017 unterzeichnete das Land ein Abkommen mit der Post. 10 Millionen vom Land statt wie bisher 3,5 Millionen vom Staat sollte die Post für die Arbeit in Südtirol bekommen. Dafür sollte Südtirol von geplanten Einschränkungen des Dienstes verschont bleiben und der Postdienst im Land allgemein verbessert werden.
Umstrukturierungen bei der italienischen Post hatten aber zur Folge, dass unterm Strich genau das Gegenteil passierte. Deshalb will das Land vorerst kein Geld an die Post überweisen. Es sollen neue Verhandlungen geführt werden.  Zu einem neuen Abkommen zwingen könne man die Post allerdings nicht, betonte Kompatscher.

Alternativen Dienst für die Zeitungszustellung suchen

Wenn die Post sich weiterhin mit 3,5 Millionen des Staates zufriedengebe und dafür eben nur die staatlichen Standards erfülle, dann habe man wenig Handlungsspielraum, sagte der Landeshauptmann. Für die tägliche Zustellung von Zeitungen könnte man in dem Fall gemeinsam mit den Verlagshäusern nach einem alternativen Dienst suchen. Bei Briefen heißt es dann wohl „bitte warten“.
 
(sf)

					

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