Tagesschau
27. Juni 2019 aktualisiert um 13:34
Religion

Deutschland

"Maria 2.0": Frauen streiken für mehr Rechte in der Kirche

In Deutschland haben Frauen einen einwöchigen "Kirchenstreik" ausgerufen. Sie fordern den Zugang zu allen Kirchenämtern und protestieren gegen Machtstrukturen. In Südtirol trägt die Katholische Frauenbewegung die Aktion nicht mit.
Quelle © pixabay  Geht es nach den Frauen, bleiben die Kirchen in dieser Woche leer.
Geht es nach den Frauen, bleiben die Kirchen in dieser Woche leer.
Sie fordern den Zugang zu allen Kirchenämtern und protestieren gegen Machtstrukturen in der Kirche. Außerdem prangern sie die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der Kirche an und kritisieren den Zölibat. Ihr Mittel: Ein Streik.

In Deutschland haben Frauen einen "Kirchenstreik" ausgerufen. Unter dem Motto "Maria 2.0" fordern sie Frauen - aber auch Männer - dazu auf, eine Woche lang keine Kirche zu besuchen und auch keine ehrenamtlichen Tätigkeiten auszuüben. Mit dieser Aktion wollen sie auf ihre Anliegen aufmerksam machen. 

Viele Gruppen zeigen sich solidarisch

Gestartet wurde der Streik in Münster in Nordrhein-Westfalen. Mit einem Gottesdienst im Freien. Münster deshalb, weil die Idee hier geboren wurde. Denn hinter "Maria 2.0" steht nicht etwa eine feste Gruppe, die Initiatorinnen sind fünf Frauen aus Münster, die ein Zeichen setzen wollen.
Wie viele Menschen sich am "Kirchenstreik" beteiligen werden, sei schwer einzuschätzen, werden die Initiatorinnen in deutschen Medien zitiert. Es hätten sich jedoch Hunderte Gruppen mit der Bewegung solidarisiert. Auch den Bischöfen sei klar, dass es Veränderungen brauche, sagte der Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Ein Streik sei aber nicht das richtige Mittel. Die beiden großen katholischen Frauenverbände in Deutschland hingegen unterstützen das Anliegen.

Südtirol: Keine radikalen Aktionen

In Südtirol nimmt die Katholische Frauenbewegung diesen "Kirchenstreik" zum Anlass, um ebenfalls mehr Rechte für Frauen einzufordern. Man werde auf die Benachteiligung der Frauen in der Kirche aufmerksam machen, sagte Geschäftsführerin Christine Vieider, radikale Aktionen wie diesen Streik trage man aber nicht mit.

(af/ep)

					

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