Tagesschau
19. Oktober 2019 aktualisiert um 19:59
Politik und Institutionen

Gemeindekommissionen

Weit entfernt von halbe-halbe

Gemeindekommission können auch künftig nur aus Männern bestehen. Ein Entwurf der Grünen zur Geschlechtervertretung in den Kommissionen wurde abgelehnt.
Quelle © pixabay
Die Grünen hatten im zuständigen Gesetzgebungsausschuss des Regionalrates einen Entwurf zur „Geschlechtervertretung in den Gemeinderatskommissionen“ eingebracht. Er sah eine „angemessenen Vertretung“ beider Geschlechter vor. Eine Formulierung, die von einigen Abgeordneten als zu ausgedehnt empfunden wurde.

Mindestens eine Frau

Einbringerin Brigitte Foppa von den Grünen änderte daraufhin den Entwurf dahingehend, dass mindestens ein Vertreter oder eine Vertreterin jeden Geschlechts in jeder Kommission sein müsste. In der Praxis würde das in den meisten Fällen heißen, dass mindestens eine Frau in jeder Kommission sein müsste. 

Zu wenig Interesse an technischen Kommissionen

Trotzdem fand der Entwurf keine Mehrheit. Als Gegenargument wurde unter anderem ins Feld geführt, dass man Frauen nicht zwingen könne in die Kommissionen zu gehen und dass Frauen an technischen Kommissionen wie Lawinenkommissionen kein Interesse hätten. Auch die grundsätzliche Ablehnung einer Quotenregelung wurde als Gegenargument genannt.

Uneinigkeit bei den SVP-Vertretern

Uneinheitlich war das Abstimmungsverhalten der SVP-Abgeordneten: Franz Locher, übrigens langjähriger Bürgermeister von Sarntal, stimmte dagegen. Seine Parteikollegen Jasmin Ladurner und Helmut Tauber sprachen sich hingegen für den Entwurf aus.

Jasmin Ladurner besprach in der Folge die Angelegenheit mit der SVP-Frauenchefin Renate Gebhard. Das Thema Geschlechtervertretung in den Gemeinderatskommissionen soll laut Ladurner in der SVP-Parteileitung behandelt werden.

(sf)

					

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