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04. August 2021 aktualisiert um 20:37
Chronik

Biathlon

Gottlieb Taschler will nicht zum Biathlon zurück

Nach dem Freispruch im Dopingprozess strebt Gottlieb Taschler keine Rückkehr in den Biathlonsport an. Auch sein Sohn Daniel will nicht zurück.
Quelle © Rai Tagesschau
Ein jahrelanger Prozess ist zu Ende. Gottlieb und Daniel Taschler sowie der Arzt Michele Ferrari sind freigesprochen worden.

Daniel Taschler wurde verdächtigt, als Biathlet Doping betrieben zu haben. Michele Ferrari soll die Leistungssteigerung medizinisch betreut haben. Gottlieb Taschler hingegen wurde beschuldigt, den Kontakt hergestellt und damit Doping begünstigt zu haben.

Der Prozess zog sich über Jahre hin. Nachdem das Kassationsgericht in Rom die als Beweis vorgelegten Abhörprotokolle als nicht zulässig befand, wurde der Prozess ans Oberlandesgericht in Trient zurück verwiesen.

Dieses Oberlandesgericht kam zum Schluss, dass keine Beweise für die Anschuldigungen vorliegen. Die drei Angeklagten Daniel Taschler, Gottlieb Taschler und Michele Ferrari wurden freigesprochen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Gottlieb Taschler nahm im Morgengespräch zum Urteil und zu seiner Zukunft Stellung.

Frage: Herr Taschler, haben sie ein solches Urteil erwartet?
Gottlieb Taschler: Grundsätzlich habe ich vom ersten Tag an mit einem Freispruch gerechnet. Jetzt ist er rechtskräftig und das freut mich sehr.

Frage: Ausschlaggebend für das Urteil des Oberlandesgerichts in Trient war die Kassation. Das Kassationsgericht hat festgestellt, dass die Abhörprotokolle vom Treffen mit dem umstrittenen Sportarzt Michele Ferrari vor Gericht nicht verwendet werden dürfen. Diese Protokolle waren aber der Trumpf der Anklage. War das am Ende entscheidend?
Taschler: Ich gehe davon aus. Ich bin ja kein Jurist. Ich gehe davon aus, dass die Sachen, die nicht stattgefunden haben oder die nicht anerkannt werden konnten, die wurden halt so bewertet.

Frage: Die Gesprächprotokolle mit dem Sportarzt wurden nicht anerkannt. Die Gespräche aber gab es.
Taschler: Das war von Anfang an klar. Es hat ein gesundheitliches Problem gegeben. Der Kontakt war da. Das ist richtig. Aber sonst ist nichts passiert. Wenn ich bei jedem, den ich anrufe, zuerst einen Strafauszug anfordern müßte, wo würde man da hinkommen?

Frage: Bereuen Sie jetzt im Nachhinein die Treffen mit ihm?
Taschler: Wenn man gesundheitliche Probleme hat, dann wird es mehreren Personen passiert sein, dass man von einem Arzt zum anderen geht. Wenn es um die Gesundheit geht, versucht man halt die besten Ärzte zu finden.

Frage: Mit dem Urteilsspruch ist auch das Ämterverbot aufgehoben. Werden Sie in den Spitzensport, ins Biathlon zurückkehren?
Taschler: Das glaube ich weniger. Ich habe andere Interessen, mit unserem schönen Gasthaus hier am Stallersattel was zu machen und ein wenig auszubauen. In Funktionärstätigkeiten werde ich wahrscheinlich nicht mehr zurückkommen.

Frage: Wird ihr Sohn Daniel die Rückkehr in den Sport versuchen?
Taschler: Nein, das glaube ich nicht.

(pg/pm) 

					

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