Tagesschau
26. Juni 2019 aktualisiert um 22:06
Wirtschaft und Arbeit

Meran/Sinich

Endgültiges Aus für Solland Silicon?

Konkursrichterin Francesca Bortolotti hat den Kauf der Solland Silicon durch das Unternehmen B.S.T. aus Katar endgültig für gescheitert erklärt. Die Anzahlung von 500.000 Euro wird einbehalten.
Quelle © Rai Tagesschau
Ist das das endgültige Ende für das umstrittene Siliziumwerk "Solland Silicon" in Meran/Sinich? Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte dem potenziellen Käufer aus Katar am 1. Juni ja bekanntlich per Verordnunug eine neuerliche Frist von zehn Tagen eingeräumt. In diesen zehn Tagen hätte das Unternehmen aus Katar für die Aufrechterhaltung der Sicherheit des Betriebs in Höhe von 500.000 Euro für den Monat Juni zahlen müssen. Am Montag um Mitternacht ist auch diese Frist verfallen - und die Summe wurde nicht überwiesen.

Entscheidung des Konkursgerichts

Heute Vormittag hat Konkursrichterin Francesca Bortolotti deshalb schriftlich mitgeteilt, dass per Dekret "der definitive Verfall der Zuweisung des Betriebs Solland Silicon an den Käufer erklärt wird". Sie begründete die Entscheidung damit, dass das Unternehmen B.S.T. aus Katar die eingeräumte Frist für die Bezahlung der Sicherheitskosten nicht eingehalten habe.

Entscheidung mit Vorbehalt

Konkursrichterin Bortolotti stellt aber auch klar, dass sie sich jegliche Entscheidung für den möglichen Verkauf des Betriebes vorbehält, unter der Bedingung, dass die Aufrechterhaltung der Sicherheit für das Konkursverfahren gewährleistet wird. 

Aufatmen in der Landesregierung

Das vorläufige Scheitern der Übernahme der Solland Silicon hat für Aufatmen in der Landesregierung gesorgt. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler trafen noch am Vormittag zusammen, um das weitere Vorgehen abzuklären.

Sichere Entleerung

Demnach soll eine öffentliche Gesellschaft die sichere Entleerung des Siliziumwerks in Sinich garantieren. Das soll so schnell wie möglich erfolgen. Im Werk befinden sich immer noch 260  Tonnen von ursprünglich 800 Tonnen Trichlorsilan. Die Chlorsilane sollen in flüssiger Form entnommen werden, da dieser Vorgang weniger Risiken birgt als eine Entnahme der festen Substanz. "Wir denken, dass eine öffentliche Gesellschaft den Arbeitnehmern, welche die Entleerung vornehmen, die notwendigen vertraglichen Garantien bieten kann, um die Arbeiten innerhalb weniger Monate reibungslos zu bewältigen", so Kompatscher und Schuler.

Umschulung für Beschäftigte

Was die Zukunft der 77 Beschäftigten des Siliziumswerks Solland Silicon angeht, betont Landeshauptmann Kompatscher, dass das Land bereits Initiativen ergriffen habe, um sicherzustellen, dass diese nach Beendigung der Entleerung gezielte Umschulungsmaßnahmen in Anspruch nehmen können.  

(gr)

					

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