Tagesschau
19. Oktober 2019 aktualisiert um 19:59
Politik und Institutionen

Südtirol

Weiter offene Fragen zu Bau von Bibliothekenzentrum und Gefängnis

Wann die Arbeiten für das Bibliothekenzentrum und das neue Gefängnis beginnen, ist weiter unklar. Laut Bautenlandesrat Massimo Bessone konnte die Condotte SpA für den Bau des Bibliothekenzentrums aber die notwendigen Unterlagen vorlegen.
Quelle © Rai Tagesschau In der ehemaligen Pascoli-Schule in Bozen soll das Bibliothekenzentrum entstehen.
In der ehemaligen Pascoli-Schule in Bozen soll das Bibliothekenzentrum entstehen.
Sie sind so etwas wie zwei Prestigebauten für Südtirol: Das Bibliothekenzentrum in Bozen Gries und der Neubau des Gefängnisses nahe dem Flughafen. Doch beide Bauprojekte verzögern sich immer mehr. Grund dafür ist vor allem die finanzielle Schieflage jenes Unternehmens, das die Ausschreibungen für beide Projekte gewonnen hat, des italienischen Bauriesen Condotte. Während in Sachen Bibliothekenzentrum der Baubeginn langsam näher rückt, ist in Sachen Gefängnis alles noch offen.

Bessone: Baukonzession eine Frage der Zeit

Condotte habe die geforderten Unterlagen jetzt aber übermittelt und sie seien überprüft worden, sagt Bautenlandesrat Massimo Bessone. Deshalb sei die Ausstellung der Baukonzession nur mehr eine Frage der Zeit. Der ganze Rest werde erst danach angegangen. Mit dem "ganzen Rest" sind die finanziellen Garantien des Bauriesen gemeint. Immerhin ist das Land bereit, Condotte 60 Millionen Euro für den Bau des Bibliothekenzentrums zu überweisen. Und da müsse klar sein, ob das Unternehmen die Arbeiten stemmen kann oder nicht.

Zuerst werde die Baukonzession ausgestellt. Erst danach werde entschieden, ob der Vertrag mit Condotte unterzeichnet werde oder nicht, sagt der Landesrat. Jedenfalls solle das neue Bibliothekenzentrum in vier Jahren, also Ende 2023 fertig gestellt werden. Und Bessone ist es auch egal, ob Condotte möglicherweise die Arbeiten an einen anderen Bauriesen wie Salini-Impregilo oder Razzani-De-Eccher weitergibt.

Führung der Gefängnisstruktur wird übertragen

Sorgen bereiten Bessone die Fortschritte in Sachen Neubau des Gefängnisses. Denn dabei handelt es sich um ein sogenanntes PPP-Projekt. Das bedeutet, das Land zahlt 45 Milionen Euro für einen Teil der Bauarbeiten. Den Rest übernimmt Condotte. Im Gegenzug wird die Führung der Gefängnisstruktur für die kommenden 18 Jahre an das Unternehmen übertragen.

Für diese Führung zahlt das Land insgesamt 110 Millionen Euro. Es sei im Moment jedoch nicht klar, wer die Führung des Gefängnisses übernehmen soll, sagt Bessone. Dennoch sollen die Planungsarbeiten der Dienststellenkonferenz bis Jahresende abgeschlossen sein. Erst danach werde sich das Land mit Condotte an einen Tisch setzen und entschieden, ob das Unternehmen im Stande sei diese Aufgaben auch zu übernehmen.

Bis dahin bleibt abzuwarten, ob es Condotte schafft, sich wieder aus der finanziellen Schieflage zu erholen. Erst dann wird auch feststehen, wann die Arbeiten für das neue Gefängnis beginnen und wann es fertig sein soll.

(hase/ep)

					

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