Tagesschau
07. Oktober 2022 aktualisiert um 12:25
Kunst und Kultur

Brixen

Kommt der Hofburggarten vor den Rechnungshof?

Die Initiativgruppe für einen offenen Hofburggarten hat eine Eingabe beim Rechnungshof gemacht. Dieser soll prüfen, ob der öffentlichen Hand durch die Direktbeauftragung Andre Hellers ein finanzieller Schaden entsteht.
Quelle © Rai Tagesschau Ist Heller's Hofburggarten zu teuer?
Ist Heller's Hofburggarten zu teuer?
Der österreichische Künstler André Heller plant ein Freilichtmuseum auf dem Areal des Brixner Hofburggartens. Laut inoffiziellen Zahlen soll die Umsetzung seines Projekts zehn Millionen Euro kosten. Für die Initiativgruppe für einen offenen Hofburggarten ist jetzt der entscheidende Moment. Im Landtag steht die Verabschiedung des Nachtragshaushaltes an und die Bürgerinitiative will verhindern, dass darin Geld für das Heller-Projekt zur Verfügung gestellt wird. Denn damit wäre der Weg hin zu einem kostenpflichten Eventgarten zementiert, so die Befürchtung. Die Initiativgruppe drängt dagegen weiterhin auf einen frei zugänglichen Hofburggarten, sagt Magdalena Fischnaller von der Initiativgruppe.
 

„Uns schwebt ein Garten mit einem kleinen Restaurant oder einem Kaffeehaus vor. Es sollte viele Sitzmöglichkeiten geben und einfach ein Garten sein, den man gern besucht, ohne dass er zu einer Attraktion erhoben werden muss. Lokale Künstler sollten die Möglichkeit haben, im Hofburggarten Ausstellungen und Konzerte zu organisieren. Auch dafür braucht es Geld, aber keine so große Investition wie für das Heller-Projekt.“

Magdalena Fischnaller

Aber beim Appell an die Landesregierung will man es nicht belassen. Die Initiativgruppe hat den Rechnungshof eingeschaltet. Der soll prüfen, ob der öffentlichen Hand durch das Heller-Projekt ein finanzieller Schaden entstehen würde. Und zwar dadurch, dass das Siegerprojekt des europaweiten Wettbewerbs aus dem Jahr 2015 fallen gelassen wurde und stattdessen André Heller beauftragt wurde. Dabei gehe es nicht nur um die Kosten des Wettbewerbs, sondern auch um Mehrkosten von mindestens 6 Millionen Euro, die das Heller-Projekt verursachen würde, erklärt Barbara Fuchs von der Initiativgruppe. 
 
Am 24. Mai 2019 gab der Museumsbeirat grünes Licht für das Heller-Projekt. Allerdings nur mit der Auflage, dass der Diözesan-Garten für die Brixner Bevölkerung frei zugänglich bleibt.

(al/et)

					

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