Tagesschau
11. Dezember 2019 aktualisiert um 07:20
Politik und Institutionen

Parlamentswahlen in Ukraine

Selenskyj will Koalitionsgespräche mit Partei von Rocksänger

Der neu gewählte ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sucht EU-freundliche Koalition mit Rocksänger-Partei.
Quelle © AP Wolodymyr Selenskyj: Der neue Präsident der Ukraine
Wolodymyr Selenskyj: Der neue Präsident der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dessen Partei "Diener des Volkes" laut Nachwahlbefragungen am Sonntag die Parlamentswahlen gewonnen hat, will mit der Partei "Die Stimme" des Rocksängers Swjatoslaw Wakartschuk Koalitionsgespräche führen, wie das neue Staatsoberhaupt des Landes mitteilte. Holos erreichte den Prognosen zufolge Platz fünf.
 Rocksänger wartet auf Regierungsbeteiligung: Swjatoslaw Wakartschuk Rocksänger wartet auf Regierungsbeteiligung: Swjatoslaw Wakartschuk
Ein Vertreter von Wakartschuks Partei sagte unabhängig von dieser Einladung, Die Stimme sei zu einer Koalition mit neuen politischen Kräften bereit - wenn sie nicht von Oligarchen unterstützt würden. Selenskyj selbst hat sich vor allem den Kampf gegen die Korruption auf die Fahnen geschrieben.

Der EU-freundliche 41-Jährige traf damit offenbar den Ton bei einer Bevölkerung, die genug hat von der Vetternwirtschaft im Staat und dem niedrigen Lebensstandard in einem der ärmsten Länder Europas. Wie Selenskyj hat auch Rockstar Wakartschuk signalisiert, am Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds - und damit an dessen Auflagen wie Arbeitsmarktsreformen und Einsparungen - festhalten zu wollen.

Die Parlamentswahl in der Ukraine hat laut den Nachwahlbefragungen die Partei Selenskyjs für sich entschieden. Selenskyjs noch junge Gruppierung "Diener des Volkes" holte demnach am Sonntag knapp 44 Prozent der Stimmen. Auf den zweiten Platz kam die russlandfreundliche Oppositionsplattform gefolgt von der Partei Europäische Solidarität des ehemaligen Präsidenten Petro Poroschenko, die bisher im Parlament die Mehrheit stellte. Auf Platz vier steht die Partei Vaterland von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und auf Platz fünf die Partei von Wakartschuk.

Die künftige Regierung in Kiew steht vor allem vor der Herausforderung, den Konflikt mit der Führung in Moskau zu bewältigen. Russland annektierte 2014 die Halbinsel Krim und unterstützt die Separatisten in der Ostukraine. Dort wurden in den vergangenen fünf Jahren 13.000 Menschen getötet.

(lb/apa) 

					

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