Tagesschau
16. September 2019 aktualisiert um 16:52
Politik und Institutionen

Deutschland

Merkel würdigt den Mut der Hitler-Attentäter

Es gebe Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann, sagte die deutsche Bundeskanzlerin anlässlich des Gedenkens an das gescheiterte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944.
Quelle © ANSA

Am 75. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler hat die deutsche Bundesregierung heute in Berlin an den Widerstand gegen das NS-Regime erinnert. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den Mut der Gruppe rund um den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg. "Es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann", sagte sie  beim feierlichen Gelöbnis von 400 Rekruten in Berlin.

"Es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann."

Angela Merkel

In einigen Momenten habe "der Einzelne die moralische Pflicht", zu widersprechen und sich zu widersetzen, verwies Merkel auf das im Grundgesetz verankerte Recht zum Widerstand. Stauffenberg und seine Verbündeten hätten sich nicht auf ein solches Recht berufen können und trotzdem den Versuch gewagt, "das nationalsozialistische Unrechtsregime zu stürzen, in vollem Bewusstsein persönlicher Konsequenzen".

"Sie mahnen uns, wachsam zu sein"

Die Widerstandskämpfer seien Vorbilder, sagte sie, ihre klare Haltung und ihr Mut müssten uns auch heute leiten: "Sie mahnen uns, wachsam zu sein. Sie mahnen uns, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus in all ihren Erscheinungsformen entschieden entgegenzutreten."  
 
Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis 89 weitere Beteiligte und Unterstützer hin.

(dpa/ep)


					

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