Tagesschau
16. Dezember 2019 aktualisiert um 08:58
Politik und Institutionen

Libyen

​Französische Waffen für General Haftar?

Die libysche Regierung hat nach dem Fund französischer Waffen auf einem Stützpunkt des abtrünnigen libyschen Generals Khalifa Haftar sofortige Erklärungen von Frankreich verlangt.
Quelle © ANSA
Der Außenminister der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis rief seinen französischen Amtskollegen am Donnerstag auf zu erklären, wann und wie die Waffen in den Besitz von Haftars Truppen gelangt seien. Der Fund der Waffen widerspreche den Erklärungen der französischen Regierung, dass sie die international anerkannte Einheitsregierung unterstütze.
 
Das französische Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch einräumen müssen, dass in einem Lager Haftars südlich von Tripolis gefundene Raketen aus französischem Besitz stammten. Frankreich habe die Waffen aber nicht an Haftar geliefert und auch nicht gegen ein UNO-Embargo verstoßen, betonte das Ministerium. Sie seien vielmehr für französische Einheiten bestimmt gewesen. Die Raketen seien beschädigt und nicht gebrauchsfähig, vor ihrer Zerstörung vorübergehend gelagert und nicht lokalen Kräften übergeben worden.
 
Soldaten der international anerkannten Regierung in Tripolis hatten die Raketen Ende Juni gefunden, als sie das Lager von Haftars Kräften stürmten. Für Frankreich ist der Waffenfund höchst unangenehm: Paris hat mehrfach Vorwürfe der international anerkannten Regierung in Tripolis zurückgewiesen, Haftar zu unterstützen.

					

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