Tagesschau
28. September 2022 aktualisiert um 17:23
Wirtschaft und Arbeit

Landwirtschaft

Gemüsebauern im Eisacktal öffnen ihr eigenes Geschäft

In Waidbruck ist ein Geschäft eröffnet worden, in dem die Bauern der Umgebung ihr Gemüse verkaufen.
Quelle © Rai Tagesschau
Die Großen aber vor allem die Kleinen prägen das Bild in der Südtiroler Landwirtschaft. Ein Großteil der bäuerlichen Betriebe ist kleinstrukturiert, Familienbetriebe die Obst, Gemüse, Milch und Fleisch produzieren, oft auch im Nebenerwerb. Die Kleinen kämpfen zunehmend ums Überleben. Gerade was den Preis betrifft, können lokale Produzenten mit den großen Lebensmittelherstellern nicht mithalten und geraten unter Druck, mehr und billiger zu produzieren. Eine Spirale, die dazu führt, dass der Landwirt mit seiner Tätigkeit nicht mehr zufrieden ist, sagt Harald Gasser, Gemüseanbauer in Saubach in der Gemeinde Barbian. Seit Jahren beschreitet Gasser persönlich einen ganz eigenen Weg und hat der konventionellen Landwirtschaft den Rücken gekehrt. Er baut vergessene und seltene Sorten an. Seine Produkte hat er bis dato auf Bestellung hauptsächlich an Spitzenköche und ausgewählte Gastronomiebetriebe geliefert. Seit kurzem gibt es seine Produkte nicht nur ab Hof sondern auch an einem neuen Standort zu kaufen, bei Manna Organic in Waidbruck. Der Verkaufspunkt wurde heute offiziell eröffnet. 

Gasser verzichtet seit Jahren auf den Einsatz von Spritzmitteln. Anfänglich musste er einige Rückschläge hinnehmen, mittlerweile kann er vom alternativen Gemüseanbau gut leben. Er und fünf andere Bauern aus der Umgebung setzen besonders auf die Vielfalt in ihrem Betrieb. 

Gesund, vielfältig und naturbelassen sind die Obst- und Gemüsesorten, die bei Manna Organic in Waidbruck gekauft werden können. Über Anbau, Herkunft und Vewendungsmöglichkeiten der Produkte soll sich der Kunde vor Ort informieren können. Voraussetzung, um bei Manna Organic einkaufen zu können, ist die Mitgliedschaft im Verein, der von 150 Mitgliedern getragen wird. 

Mit der Eröffnung von Manna Organic ist ein weiterer Schritt getan hin zur Umsetzung seiner Vision. Auf lange Sicht wünscht er sich, dass bei jedem Gericht das in Südtirol auf den Tisch kommt, zumindest ein Element aus dem Land kommt. Und in dieser Hinsicht sieht Gasser besonders große Chancen in einer besseren Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft. Denn Südtirol mit seinen kleinen Flächen habe das Potential, im Einklang mit der Natur und nachhaltig für Mensch, Tier und Boden zu produzieren - wenn die Ware ausreichend nachgefragt und entsprechend ihrem Wert bezahlt wird.

(je/wm)  
 

					

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