Tagesschau
20. September 2019 aktualisiert um 19:13
Chronik

Region Molise kämpft gegen Abwanderung

Um der zunehmenden Entvölkerung von Berggemeinden entgegenzuwirken, greift die süditalienische Apennin-Region Molise zur Gegenwehr.
Quelle © Pixabay
100 Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern stellen jetzt einen Beitrag von monatlich 700 Euro für drei Jahre für zur Verfügung, in der Hoffnung, neue Bewohner zu gewinnen.

Um den Beitrag zu erhalten, muss man sich verpflichten, sich im Ort niederzulassen und eine Geschäftstätigkeit für mindestens fünf Jahre auf die Beine zu bringen.

Ab kommendem Montag kann man in den Gemeinden die Anfragen für den Beitrag einreichen. Dieser wird maximal 24.000 Euro in drei Jahren betragen. Der Plan ist, die Auswanderung aus den Berggemeinden zu verhindern und Handwerkertätigkeiten sowie die Eröffnung neuer Shops zu fördern.

"Unser Ziel ist es, Personen in die Region zu locken, die ihren Lebensstil ändern wollen", sagte Antonio Tedeschi, Mitglied des Regionalparlaments, der das Projekts aktiv unterstützt, laut Medienangaben.

Die Region Molise, die zu den ärmsten Italiens zählt, ist nicht nur mit Auswanderung, sondern auch mit einem starken Geburtenrückgang konfrontiert. Die Zahl der Bevölkerung sank gegenüber dem Jahr 2000 von 320.000 auf 305.000.

Über 1.500 Gemeinden in Italien sind vom Aussterben bedroht. Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Verkehrswege, weder Tourismus noch Landwirtschaft sind Kennzeichen für diese Entwicklung.

Es handelt sich mehrheitlich um Berggemeinden, aus denen die Jugendlichen flüchten und wo dann nur mehr Pensionisten leben. Wegen der strengen Einsparungen der Regierung schließen in den Kleindörfern Schulen und Postämter, was noch mehr Einwohner vertreibt.

(apa/joi)

					

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