Tagesschau
20. September 2019 aktualisiert um 19:13
Chronik

​Schwazer-Gutachten jetzt vor Gericht

Großer Medienrummel am Bozner Landesgericht: Zur Stunde wird der Fall Schwazer am Landesgericht verhandelt. Allerdings mit ganz neuen Vorzeichen.
Quelle © Rai Tagesschau Alex Schwazer (Mitte) mit seinen Anwälten Gerhard Brandstätter (re) und Thomas Tiefenbrunner (li).
Alex Schwazer (Mitte) mit seinen Anwälten Gerhard Brandstätter (re) und Thomas Tiefenbrunner (li).
Am Bozner Landesgericht wird das Gutachten des wissenschaftlichen Labors der Carabinieri in Parma vorgestellt.

Chefermittler Giampiero Lago zeigt darin angebliche Ungereimtheiten um die Urinprobe von Schwazer vom 1. Jänner 2016 auf. Wegen dieser war Schwazer von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen und für acht Jahre gesperrt worden.

Zum einen soll es – wie bereits die Zeitung „Tuttosport“ berichtet hat – große Unterschiede zwischen der A- und der B-Probe Schwazers geben. Beide Proben wurden am selben Tag genommen – und ein Unterschied ist demnach schwer zu erklären. Zum anderen soll das Gutachten eine extrem hohe DNA-Dichte in Schwazers Urin nachweisen. Dieser abnormale Wert sowie die Unterschiede zwischen den beiden Proben seien nicht mit der Physiologie des Untersuchten erklärbar, so offenbar die Schlussfolgerung des Gutachtens.

Nicht nur Alex Schwazer ist mit seinen Anwälten und Verteidigern Gerhard Brandstätter undThomas Tiefenbrunner anwesend , sondern auch Vertreter der Weltdopingagentur WADA und des Leichtathletikweltverbandes IAAF.

Drei Szenarien sind möglich

Nun gibt es – wie Schwazers Anwalt und Verteidiger Gerhard Brandstätter Rai Südtirol gegenüber erklärt hat – drei mögliche Szenarien.

Richter Walter Pelino könnte aufgrund der neuen Erkenntnisse das Verfahren archivieren. Schwazer wäre damit vom Anfangsverdacht des „Sportbetrugs“ entlastet.

Richter Pelino könnte aber auch die neuen Erkenntnisse für nicht stichhaltig erklären und die Einleitung eines Hauptverfahrens gegen Schwazer beantragen, wo es dann eben darum geht, das Strafmaß für das Vergehen des Sportbetrugs zu bestimmen.

Szenario drei sieht vor, dass Pelino weitere Untersuchungen veranlasst bzw. den Anträgen der Verteidigung stattgibt. Genaueres dazu ließ sich Gerhard Brandstätter vorab nicht entlocken: Lediglich die Andeutung, dass es ominöse Mails gebe, die angeblich ein Komplott gegen Alex Schwazer nachweisen. 

(hp/joi) 

					

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