Tagesschau
20. September 2019 aktualisiert um 19:13
Politik und Institutionen

Gesundheit

Mehr Private

Der Landtag sprach sich für die stärkere Einbindung von privaten Gesundheitsstrukturen aus, um die Probleme in der Sanität in den Griff zu bekommen.
Quelle © pixabay
Eingebracht hatte den Antrag der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und Parteiobmann, Andreas Leiter-Reber. „Eine stärkere Einbindung der Privatmedizin in den Landesgesundheitsdienst kann wesentlich zur Entlastung der öffentlichen Einrichtungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb beitragen“, sagte Leiter-Reber. „damit können die Krankenhaus-Ambulanzen entlastet sowie OP- und Ambulanz-Wartezeiten reduziert werden. Gleichzeitig werden die freie und persönliche Arztwahl und die Aussicht auf eine medizinische Behandlung in der Muttersprache im Sinne der Patienten gestärkt.“ Für den Freiheitlichen kommt die Stärkung der Privatmedizin einem Paradigmenwechsel gleich. Unterstützt wurde der Antrag auch von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann: „Wenn das öffentliche System für die benötigten Leistungen nicht ausreiche, dann müsse man auf andere Lösungen zurückgreifen.“ Und auch der ehemalige ärztliche Leiter und Landtagsabgeordnete vom Team Köllensperger, Franz Ploner, unterstützte das Ansinnen: „Eine Zusammenarbeit mit privaten Strukturen ist sinnvoll, wenn bestimmte Auflagen eingehalten werden, etwa die Akkreditierung. Die Verträge mit diesen Strukturen müssen transparent und verständlich sein.“ Und auch die Grünen konnten dem Antrag positive Aspekte abgewinnen. „Privatstrukturen sind flexibler. Ihre Einbindung kann gutgehen, wenn die Leistungen wirklich wie im öffentlichen Dienst verrechnet werden. Um mehr Flexibilität zu erreichen, könnte man aber auch vom Einheitsbetrieb abgehen, und dezentrale Organisationen schaffen.“ Zum Schluss stimmten 28 Landtagsabgeordnete für den Antrag, zwei stimmten mit nein und ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme.
 
(hase)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Politik und Institutionen