Tagesschau
25. Februar 2020 aktualisiert um 22:31
Umwelt

Monaco

Klimareport: Der Inhalt und die Lösungsansätze

In Monaco haben Forscher den Weltklimareport vorgestellt. Das Papier stellt der Politik ein verheerendes Zeugnis aus.
Quelle © pixabay
Angesichts immer stärker schmelzender Gletscher und anderer Eismassen mahnen Wissenschaftler die Politik zum raschen Handeln. Nur so könnten schwerwiegende Konsequenzen für Millionen von Menschen verhindert werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltklimarat IPCC im Bericht zur Eisschmelze. 

Klimaforscher Georg Kaser im Interview

Er ist einer der gefragtesten Wissenschaftler weltweit, wenn es um das Thema Klimawandel geht: Georg Kaser. Er hat am aktuellen Welt-Klimareport mitgearbeitet. Zum Inhalt erklärt der Südtiroler Klimaforscher der Eurac Bozen, dass sich die Materie in einige Teilbereiche aufgliedern lässt. Von den vielen tausend Seiten, sind einige Punkte besonders relevant:

"Wir befinden uns im Steilflug"

In Sachen Klimaerwärmung befinden wir uns im Steilflug, erklärt Georg Kaser im Interview mit Rai Südtirol. Das zeigt sich besonders in Grönland, wo die Schmelzrate ganz stark zugelegt hat, auch am Rand der West-Antarktis gibt es massive Veränderungen, die den Klimaforschern große Sorgen bereiten. Auch die Gletscherschmelze schreite unaufhörlich voran, erklärt Kaser, in den Alpen genauso wie im Himalaya-Gebirge.

Übersäuerung der Ozeane

Im Klimareport wird auch beschrieben, was mit den Ozeanen durch den Klimawandel geschieht. Dort gebe es bereits Anzeichen von Sauerstoffarmut. Die Ozeane versauern, und das werde sich in Zukunft noch verschlimmern, so Kaser, und durch den Anstieg der Treibhausgase werde auch die Nahrungskette in den Weltmeeren stark gefährdet.

Bedrohte Küstenregionen

In manchen Teilen der Erde bedrohe der Klimawandel Küstenregionen, erklärt der Klimaforscher. Zum einen sind diese Bereiche durch Erosion gefährdet, aber auch die Versalzung von Flussdeltas bringt große umwelttechnische Probleme mit sich. Durch die Erwärmung der Ozeane besteht zudem die Gefahr von größeren, höheren Flutwellen.

Globalisierung zerstört "altes Wissen"

Auch Sozialwissenschaftler haben sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Hier wird vor allem „altes Wissen“ aufgeführt: Es hat auch in der Vergangenheit Lösungsansätze gegeben, die jedoch durch die Globalisierung verloren gegangen sind.

"Es gibt kein Zurück"

Es gibt kein Zurück, sagt Kaser: Die bisherigen Reaktionen der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft sind oft nicht umsetzbar, gleichzeitig sind sie meist nur „Symptombereinigungen“. Doch mittlerweile verfügen die Forscher über einiges an Wissen: Mit den bisher gesetzten Maßnahmen wird die 1,5 Grad-Grenze noch nicht überschritten, das zeigt der Klimareport. Außerdem wären 1,5 Grad um vieles weniger problematisch als zwei Grad Celsius. Doch alles, was über diese Grenze hinausgeht, ist extrem gefährlich.

(petr/fm)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Umwelt