Tagesschau
27. Mai 2022 aktualisiert um 05:57
Chronik

Südtirol

Gedenken an "Vaia"

Vor genau einem Jahr hatte das Sturmtief Vaia über Südtirol gewütet und enorme Schäden angerichtet. Ein Rückblick.
Quelle © Rai Tagesschau Das Sturmtief Vaia hatte vor einem Jahr große Verwüstungen angerichtet
Das Sturmtief Vaia hatte vor einem Jahr große Verwüstungen angerichtet
Am Rollepass auf 2000 Metern hatte der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von 217 Stundenkilometern erreicht. Bäume ward wie Streichhölzer umgefegt worden. Nach tagelangem Regen waren Bäche und Flüsse über die Ufer getreten. Drei Tage standen die Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Die Agentur für Bevölkerungsschutz hatte heute vor einem Jahr den höchsten Zivilschutzstatus „Alarm-Charlie" ausgerufen.

Zahlen der Erinnerung

Das Ausmaß des Unwetters läßt sich wohl am besten anhand der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren beschreiben. 5.000 Freiwillige Feuerwehrleute rückten bis einschließlich Allerheiligen zu 1.300 Einsätzen aus. Die Überschwemmung der Drau in Innichen, das Hochwasser an der Etsch bei Branzoll und Neumarkt und am Eisack bei Klausen. Der plötzliche Sturm stellte vor allem die Einsatzzentrale der Bozner Bezirksfeuerwehr vor eine riesige Herausforderung,erinnert sich Bezirksfeuerwehrpräsident Martin Künig. So gab es damals teilweise keine Telefonverbindungen, wegen der vielen umgestürzten Bäume. Elementar sei die gutes Zusammenarbeit der 250 Feuerwehren gewesen, sowie die Koordination durch die Bezirksfeuerwehrverbände, die Zusammenarbeit mit den befreundeten Rettungsorganisationen und Landesämtern, so Künig.

Gedenken an Opfer

Die Feuerwehrleute aus Südtirol gedenken heute ihres Kameraden Giovanni Costa aus Campill. Costa war vor einem Jahr während eines Einsatzes von einem umfallenden Baum erschlagen worden. Er war über 30 Jahre lang bei der Freiwilligen Feuerwehr Campill in der Gemeinde St. Martin in Thurn und Bauernbund-Ortsobmann von St. Martin gewesen. Costa wurde 52 Jahre alt. 

Das große Aufräumen

Unmittelbar nach dem Jahrhundertsturm war mit den Aufräumarbeiten begonnen worden. Ein Jahr danach schaut die Bilanz sehr gut aus: Fast 3/4 alle Waldschäden wurden aufgeräumt. Bis zum Sommer 2020 sollen die Aufräumarbeiten komplett abgeschlossen sein.

(cb/ge)

					

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