Tagesschau
18. September 2020 aktualisiert um 21:01
Wirtschaft und Arbeit

5G Mobilfunknetz

Telefonanbieter machen Jagd auf Dachterrassen

Das neue schnelle 5G Mobilfunknetz braucht viele Antennen. Die Telefonkonzerne wollen deshalb nicht nur auf öffentliche Gebäude zurückgreifen
Quelle © ANSA Bis zu 20.000 Euro wollen die Telefonanbietern privaten Terassenbesitzern bezahlen.
Bis zu 20.000 Euro wollen die Telefonanbietern privaten Terassenbesitzern bezahlen.
Die Telefonanbieter zeigen derzeit großes Interesse Dachterrassen und Dächern von Kondominien. Sie wollen darauf Mobilfunkantennen installieren. Experten schätzen, dass sich ihre Zahl verdoppeln oder verdreifachen dürfte. Alleine in Bozen wären das statt derzeit über hundert Mobilfunk-Antennen 200 bis 300. Die Verbraucherzentrale warnt jetzt vor den Antennen am eigenen Dach.

Gesundheitsrisiko am Dach

Gleich mehrere Gründe würden dagegen sprechen, sagte Francesco Imbesi von der Südtiroler Verbraucherzentrale. „Es herrscht nach wie vor ein Informationsmangel in Bezug auf die Gesundheitsschäden, welche diese Mobilfunkanlagen verursachen können.“ Vor diesem Hintergrund scheint es also riskant, die Oberflächen des eigenen Wohngebäudes an Betreiber solcher Technologien zu vermieten, sagt Imbesi.

Zu wenig Geld

Die Angebote belaufen sich derzeit auf 10.000 bis 20.000 Euro im Jahr. Verschiedene Experten schätzen die Handelswerte aber viel höher ein. Die Rede ist von bis zu 200.000 Euro pro Jahr. Denn neben der Miete sollte auch über das Risiko nachgedacht werden, fordert die Verbraucherzentrale. „Keine Versicherungsgesellschaft schließt Polizzen auf diese Umsetzer ab.“ Sollten in Zukunft also zivil- und strafrechtliche Haftungen für die Installation dieser Antennen festgestellt werden, liege alles Risiko bei den Eigentümern, erklärte Imbesi.
Außerdem erfährt das Gebäude durch eine solche Antenne auf dem Dach eine deutliche Wertminderung. Auch darüber sollten sich Hausbesitzer im Klaren sein, gibt die Verbraucherzentrale zu bedenken.
 
(pt)

					

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