Tagesschau
16. Oktober 2021 aktualisiert um 07:21
Chronik

Tötung im Straßenverkehr

Unfallfahrer verhaftet: 1,97 Promille im Blut

Ein 27-jähriger Pusterer rast in den frühen Morgenstunden in eine Jugendgruppe in Luttach. Sechs Menschen sterben, elf Menschen werden verletzt. Der Unfallfahrer hatte knapp zwei Promille im Blut.
Quelle © Rai Tagesschau
Der 27-Jährige, der den Unfall-Pkw von Luttach lenkte, ein Sportwagen der Marke Audi TT,  ist positiv auf Alkohol getestet worden. Er hatte 1,97 Promille im Blut, fast vier Mal so viel wie erlaubt. 

Totschlag im Straßenverkehr: Unfalllenker drohen bis zu 12 Jahre Haft 

Der in Kiens wohnhafte Mann wurde wegen Totschlags im Straßenverkehr verhaftet. Er wird der Tötung im Straßenverkehr verdächtigt, des so genannten "omicidio stradale". Ihm wird vorgeworfen, sechs Menschen getötet und elf weitere verletzt zu haben, vier von ihnen schwerst. Dem Alkoholgehalt von 1,97 Promille entsprechend, drohen dem Mann bis zu 12 Jahre, aber mindestens acht Jahre Haft. Auch ein Drogentest wurde angeordnet. 

Staatsanwalt Axel Bisignano am Unfallort

Axel Bisignano, stellvertretender Oberstaatsanwalt, ist am Vormittag an der Unfallstelle für einen ersten Lokalaugenschein eingetroffen. Stellungnahme gab er vorerst keine ab. 

Pusterer rast mit Auto in Jugendgruppe: Sechs Tote 

Der 27-jährige Pusterer, der in der Nacht auf Sonntag in Luttach im Ahrntal in eine Reisegruppe gerast war, wobei sechs Menschen starben, hat sich direkt nach dem Unfall den Carabinieri gestellt. Die Mitglieder der deutschen Reisegruppe dürften erst kurz zuvor, nach einem Abend im "Hexenkessel" in Steinhaus, aus einem Bus ausgestiegen sein, teilten die Carabinieri am Sonntag bei einer Pressekonferenz mit (den ausführlichen Bericht dazu lesen Sie hier)

Sechs Jugendliche aus Deutschland sterben

Bei dem Unfall in Luttach im Ahrntal sind heute Nacht sechs junge Menschen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren getötet worden. Es sind drei Männer und drei Frauen. Sie stammen alle aus Deutschland, laut dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet (CDU) kommen die meisten der Opfer aus seinem Bundesland.  


Elf weitere Personen wurden verletzt, vier von ihnen schwer. Die Schwerverletzten wurden auf die Krankenhäuser von Innsbruck, Bruneck, Brixen und Bozen aufgeteilt.  Unter den Verletzten sind auch zwei Südtiroler, sie wurden leicht verletzt. Darunter auch eine junge Ahrntalerin, die die Jugendgruppe aus Deutschland begleitet hatte. 
Die Unfallstelle in Luttach: Hier raste der junge Pusterer in die Jugendgruppe aus Deutschland.Die Unfallstelle in Luttach: Hier raste der junge Pusterer in die Jugendgruppe aus Deutschland.
Laut ersten Ermittlungen fuhr der Unfalllenker taleinwärts und prallte um viertel nach eins mit voller Wucht gegen eine Gruppe von 17 Personen. Laut Berichten von Augenzeugen standen die Jugendlichen auf der Hauptstraße bei einem Bus und wollten anscheinend gerade die Straße überqueren, um über die Brücke der Ahr zu ihrer Unterkunft, dem Bruggerhof, zu kommen. Sie waren davor mit dem Nightliner aus Steinhaus nach Luttach gefahren. 

Kurz danach passierte die Tragödie: Der Unfalllenker raste in die Jugendgruppe und erfasste dabei mehrere Jugendliche - sechs starben noch am Unfallort. 

160 Rettungskräfte im Einsatz

Insgesamt waren 160 Rettungskräfte im Einsatz: Unter anderem 17 Rettungsfahrzeuge des Weißen Kreuzes der Sektionen Ahrntal, Bruneck, Mühlbach, Innichen, Sterzing und Bozen, acht Notärzte der Sanitätsbetriebe Bruneck, Innichen, Sterzing und Bozen, des Aiut Alpin und der Berufsfeuerwehr Bozen, ein Organisatorischer Leiter, 50 Rettungssanitäter des Weißen Kreuzes, acht Mitarbeiter der Schnelleinsatzgruppe des Weißen Kreuzes, elf Mitarbeiter der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes, der Notarzthubschrauber Aiut Alpin Dolomites, die Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes Brixen, 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Luttach, St. Johann und Steinhaus, die Bergrettung St. Johann im Ahrntal und die Carabinieri. 

Bürgertelefon eingerichtet 

Betroffene, Verwandte und Bekannte können sich an ein eigens eingerichtetes Bürgertelefon wenden - und zwar unter der Telefonnummer 0039 0471 551155.

Identität der Opfer noch nicht bekannt

Mindestens zwei der Todesopfer stammen laut dpa aus Nordrhein-Westfalen, eine Person aus Köln und eine aus Remscheid. Es konnten jedoch noch nicht alle Opfer identifiziert werden, da nicht alle einen Ausweis bei sich trugen.

Mitarbeiter des Generalkonsulats in Mailand unterstützten die Behörden bei der Identitfizierung der Verunglückten, sie stehen auch in engem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt. 

(lb/mm/joi) 

					

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