Tagesschau
27. September 2020 aktualisiert um 13:22
Politik und Institutionen

Coronavirus

“Wir bitten um die Unterstützung der Menschen“

In der Anrufsendung „Mittagsmagazin Spezial“ von Rai Südtirol antwortete Schullandesrat Philip Achammer auf Hörerfragen. Achammer verteidigte die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.
Quelle © Rai Südtirol  Landesrat Phillipp Achammer in Radio-Studio von Rai Südtirol
Landesrat Phillipp Achammer in Radio-Studio von Rai Südtirol
Erst nach 22 Uhr wurde am Mittwoch das Dekret zu den Schulschließungen und der Absage von Großveranstaltungen von Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnet. „Das war eine enorm schwierige Situation für alle Beteiligten beim Land, in den Schulen und auch für die betroffenen Eltern und Veranstalter“, räumt der Landesrat ein. Inhaltlich zeigt sich Philipp Achammer jedoch auf einer Linie mit Rom. Es sei eine präventive Maßnahme zum Schutz der Gesundheit getroffen worden, deren Wirksamkeit zur Eindämmung des Virus von allen Experten bestätigt werde. Die Reaktion der Zuhörer in der Anrufsendung war geteilt. Sie reichte von Unterstützung und Verständnis für die Einschränkungen bis hin zum Vorwurf der Panikmache durch überzogene Verordnungen. Hier lesen Sie einige Fragen und Antworten.
 

Zuhörerfrage:  Das Eishockeyspiel des HC Bozen mit 3.000 Zuschauern war am Mittwochabend dennoch möglich – geht da Geld vor Gesundheit?

LR Achammer: „Das war eine Entscheidung kurz vor dem staatlichen Dekret, das erst ab 00.00 Uhr griff. Es wurde ja noch versucht, das Publikum zu reduzieren. Seit heute und bis einschließlich 3. April sind keine derartigen Veranstaltungen mit Publikum nicht mehr möglich. Das gilt auch für die Fußball Serie A und alle anderen Sportveranstaltungen – egal ob draußen odre in der Halle, sie werden alle ohne Zuschauer stattfinden.“
 

Zuhörerfrage: Wie schaut es mit den Kirchen aus? Dürfen die Menschen nicht mehr zum Gottesdienst?

LR Achammer: Veranstaltungen sind nicht per se verboten. Allerdings müssen die Vorsichtsmaßnahmen, ebenso wie die Ein-Meter-Abstandsregelung eingehalten werden, egal ob es sich um eine öffentliche oder eine private Veranstaltung handelt. Da dies oft schwer durchführbar ist, werden derzeit viele, auch kleinere Veranstaltungen abgesagt.
 

Zuhörerfrage: Hat es schon einen Corona-Fall gegeben in der Schule oder ist es bei den Schulschließungen wieder so, dass Rom anschafft und Südtirol hupfen muss?

LR Achammer: Natürlich ist dies eine Entscheidung, die in Rom getroffen wurde und die staatsweit umzusetzen ist. Aber wenn es um den Schutz der Gesundheit geht, dann teilen wir die römischen Entscheidungen voll und ganz. Schulen werden derzeit überall in der Welt geschlossen, auch in den USA. Es geht nicht um einen konkreten Anlassfall, sondern darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es geht darum gesundheitliche, aber auch wirtschaftliche Folgen abzuwenden, von Italien aber auch von Südtirol. Auch wenn es aktuell keinen bekannten Corona-Fall an einer Südtiroler Schule gibt.
 

Zuhörerfrage: Warum werden die öffentlichen Nahverkehrsmittel nicht auch gesperrt, da befindet man sich auch auf engem Raum mit anderen Menschen?

LR Achammer: Es gibt ja neben den Schulschließungen und der Absage von Veranstaltungen auch die allgemeinen Verhaltensregeln. Man empfiehlt Risikogruppen wie älteren Personen zum Beispiel, sich weniger in der Öffentlichkeit aufzuhalten. Die staatlichen Vorgaben orientieren sich am Rat der Experten. Und die empfehlen sogar die Schulschließung für zwei Monate. Die öffentlichen Verkehrsmittel werden vorerst nicht eingeschränkt, allerdings gelten auch hier die Vorgaben bezüglich der Desinfektion und des Abstands. Aber man will eben nicht das öffentliche Leben komplett lahmlegen.
 

Zuhörerfrage: Die Verwendung von Bargeld wird als Übertragungsweg immer außer Acht gelassen. Wenn das Virus neun Tage auf dem Geld überlebt, dann ist das eine riesige Infektionsgefahr.

LR Achammer: Ich kann da nur wieder auf die Desinfektionsmaßnahmen verweisen, die überall intensiviert werden müssen. Da ist auch jeder einzelne gefordert, sich regelmäßig die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Ich kann nur an jeden und jede Einzelne appellieren unsere Bemühungen im Sinne der Gesundheit aller zu unterstützen. Vorsicht ist notwendig und auch die Solidarität mit Risikogruppen für die Situation schwieriger sein kann, als für die Masse der Bevölkerung.
 
(pg/al)

					

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