Tagesschau
29. Oktober 2020 aktualisiert um 06:00
Wirtschaft und Arbeit

Hintergrund

„cura Italia“ – das bringt das Dekret den Bürgern

Die Regierung hat mit der Notverordnung 25 Milliarden Euro frei gemacht. Das sind die Maßnahmen.
Quelle © ANSA

25 Milliarden Euro – direkt bereitsgestellt zur Unterstützung von Medizin, Familien, Arbeitnehmern und Unternehmen. Niemand soll alleingelassen werden, erklärte heute Ministerpräsident Giuseppe Conte. Es sind erste Sofortmaßnahmen, erklärte Conte. Und er sei sich bewusst, dass diese nicht reichen werden. Deshalb wird es weitere Pakete geben, sagte der Ministerpräsident heute im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats. 350 Milliarden an Finanzierungen sollen mobilisiert werden.

„Wir müssen Familien, Arbeiter und Unternehmen in Italien schützen“ 

Giuseppe Conte


1,15 Milliarden gehen direkt in die Sanität,
1,5 Milliarden direkt an den Zivilschutz,
der Rest ist da für Familien, Arbeitnehmer, Unternehmen und die Medizin.

Das hilft den Familien:

600 Euro erhalten Familien, die Mehrausgaben für die Betreuung ihrer Kinder aufbringen müssen, ein sogenannter Babysitter-Bonus. Für Ärzte und Mitarbeiter in gewissen medizinischen Sektoren steigt dieser Betrag auf 1000 Euro.
Das Dekret ermöglicht es einem Elternteil 15 Tage lang Sonderurlaub zu beanspruchen. Dieser wird zu 50 Prozent entlohnt.
 
• Elternurlaub „Congedo parentale“: 50% Gehalt für zwei Wochen für Kinder unter 12, dieser Urlaub kann nicht gleichzeitig von Vater und Mutter genutzt werden. 
• Elternurlaub „Congedo speciale“ gilt bei Kindern im Alter von 12 – 16 Jahren. Dieser Urlaub ist unbezahlt und mit einem Recht auf Erhalt des Arbeitsplatzes verbunden
• Wer beinträchtige Personen betreut, hat in den Monaten März und April Anrecht auf jeweils 12 zusätzlich freie Tage

Das hilft Arbeitnehmern:

Wer in der Zeit der strengen Sicherheitsmaßnahmen trotzdem arbeiten musste, erhält vom Staat einen Bonus von 100 Euro. Gleichzeitig wird ein Notfallfonds in Höhe von 200 Millionen Euro bereitsgestellt, mit dem Bürger, die im vergangenen Jahr weniger als 10.000 Euro verdienten und nun aufgrund der Coronamaßnahmen weitere Einkommensausfälle haben, unterstützt werden. 

Das hilft Unternehmen und Freiberuflern:

Freiberufler erhalten eine einmalige Zahlung von 500 Euro als Unterstützung für Einkommensausfälle. Unternehmen können neun Wochen lang  durch eine Sonderregelung ihre Mitarbeiter aus der Lohnausgleichskasse bezahlen. Kreditraten können bis zu 18 Monate ausgesetzt werden, das gilt für Unternehmen und Freiberufler gleichermaßen. Zusätzlich gibt es einen Aufschub für Abgaben, Gebühren, und Steuern bis zum 31. Mai, ohne Pönalen und Zinsen. Außerdem gibt es eine Unterstützung für Betriebe beim Ankauf von Schutzausrüstungen.

(fm)

					

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