Tagesschau
07. März 2021 aktualisiert um 19:45
Politik und Institutionen

Umstrittene Masken

Widmann: „Wir hatten keine Wahl“

In der Masken-Affäre stellt sich Gesundheitslandesrat Thomas Widmann vor den Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer. Er habe in dieser schwierigen Situation richtig gehandelt.
Quelle © Rai Tagesschau
Herr Widmann, gegen ihren wichtigsten Mann, Generaldirektor Florian Zerzer, wird ermittelt. Gleichzeitig wurden Masken beschlagnahmt. Die Politik sagt, alles ist in Ordnung. Was macht sie da so sicher?

Das sagt die Politik nicht. Wenn die Staatsanwaltschaft Anzeigen hereinbekommt, dann muss sie routinemäßig ermitteln.  Das andere sind die Masken: Wir haben nicht irgendetwas gekauft, sondern es gibt weltweit einen Notstand an Schutzausrüstung. Die ganze Welt kämpft darum, etwas zu bekommen. 

„Was wir bekommen haben, entspricht den Standard des obersten Gesundheitsinstituts ISS. Wir sind über dem Standard. Wir sind der Meinung, wir müssen Mitarbeiter mit und nicht ohne Schutzausrüstung arbeiten lassen.“


Nun ist es aber so, dass sich viele Mitarbeiter des Sanitätsbetriebs und auch von Betreuungseinrichtungen mit dem Coronavirus infiziert haben. Beunruhigt sie das nicht?

Wir haben nur eine sehr niedrige Infektionsrate. Ganz anders als Norditalien. Wir haben nicht aussuchen können zwischen besseren und schlechten Masken. Wir hatten nur die Wahl zwischen diesen Masken und nichts. Diese Masken halten die WHO-Standards ein.

„Für unsere Arbeiten reichen sie aus. Deshalb würde ich sagen, es ist ein sehr verantwortungsvolles Vorgehen.“


Sie sagen alles richtig gemacht: Dennoch wurde in den Vorjahren verabsäumt das Lager mit den Masken aufzufüllen?

Das ist eine sehr polemische Frage. In normalen Zeiten füllt man etwas auf, was man hat. Auf der anderen Seite: Wir brauchen jetzt zig Tausend Masken am Tag. Das konnte niemand wissen. 

„Die ganze Welt will Masken im Moment. Das ist fakt und das muss man zur Kenntnis nehmen.“ 


Die Opposition fordert den Kopf von Florian Zerzer. Was sagen Sie dazu?

Es gibt wenig Menschen mit so viel Mut und Geschwindigkeit in der öffentlichen Verwaltung. Man muss mutig sein und unbürokratisch, damit die Mitarbeiter eine Schutzausrüstung bekommen. Unsere Mitarbeiter wurden ausgestattet mit Material. 

„Durch diese schwierigen bürokratischen Anerkennungsverfahren, bestand die Gefahr Mitarbeiter nicht ausrüsten zu können Und das wollten wir verhindern.“


Interview: Johanna Gasser

(hase) 

					

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