Tagesschau
14. Juli 2020 aktualisiert um 21:12
Politik und Institutionen

Grenzsperren

Brenner: Opposition demonstriert für offene Grenzen

Oppositionsparteien aus Tirol, Südtirol und dem Trentino haben am Brenner für eine sofortige Grenzöffnung demonstriert. Aber nicht alle waren da.
Quelle © Rai Tagesschau Demonstration mit Maske
Demonstration mit Maske
Es sind mehrere Oppositionsparteien an den Brenner gekommen, um sich für eine sofortige Öffnung der Grenzen auszusprechen. Es sei an der Zeit, die Bewegungsfreiheit zwischen Nord-, Süd- und Ost-Tirol wiederherzustellen.

Aus Südtirol sind Sven Knoll (Südtiroler Freiheit), Paul Köllensperger (Team K), Diego Nicolini (Fünf-Sterne-Bewegung) und Otto Mahlknecht (Freiheitliche) gekommen.

Aus Tirol waren Dominik Oberhofer (Neos), Andrea Haselwanter (Liste Fritz) und Christofer Ranzmaier (Freiheitliche) anwesend.
Das Medieninteresse ist groß. Das Medieninteresse ist groß.
Auch aus dem Trentino waren Vertreter auf den Brenner gekommen, unter ihnen Roberto Paccher (Lega). Die Südtiroler Lega-Abgeordneten waren hingegen nicht vertreten.

Sie wiesen gemeinsam darauf hin, dass sich die Infektionszahlen südlich und nördlich des Brenners nicht wesentlich unterscheiden. Deshalb spreche nichts gegen eine sofortige Öffnung der Grenzen zwischen den Ländern der Euregio.

Die Europaregion Tirol sei ein Herzstück Europas. Sie müsse auch in Krisenzeiten zusammenhalten, so die Oppositionsvertreter weiter.
Ein Polizist wirft ein wachsames Auge auf die Demonstration. Ein Polizist wirft ein wachsames Auge auf die Demonstration.

Polemik um Absagen

Die Tiroler Sozialdemokraten (SPÖ) und der PD aus Südtirol haben die Teilnahme kurzfristig abgesagt. Sie werfen Sven Knoll vor, die Kundgebung als Bühne für eigenen politische Interessen zu nutzen.

Sven Knoll bedauert dies. Eine Grenzöffnung nach der Coronakrise sei ein Anliegen von überparteilichem Interesse.

Dennoch fordern auch die Sozialdemokraten offene Grenzen in Europa - und insbesondere in der Euregio. Der Landesparteivorsitzende der SPÖ, Georg Dornauer, erklärte, dass die Inszenierungspolitik des österreichischen Bundeskanzlers Kurz zu nichts führe. "Nun, da die Reproduktionszahlen in Tirol, Südtirol und dem Trentino unter die Einser-Grenze gefallen sind, machten Abschottung und Grenzschließung keinen Sinn mehr", schreibt Dornauer in einer Aussendung.

Inhaltlich sind die Unterschiede also kaum zu merken.

(et/pm)

					

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