Tagesschau
22. Oktober 2020 aktualisiert um 22:20
Chronik

Coronavirus

Italien: Fast 50 Prozent höhere Sterberate im März

Das Coronavirus schlägt sich nun auch in den offiziellen Statistiken zur Sterblichkeit nieder. In Italien gab es im März um fast 50 Prozent mehr Tote als im Vorjahr.
Quelle © Ansafoto Friedhof in Bergamo
Friedhof in Bergamo
13.710 Menschen sind in Italien zwischen dem 20. Februar und dem 31. März nachweislich mit Covid-19 gestorben. Das geht aus den Zahlen des staatlichen Institutes für Statistik hervor. Insgesamt wurden diese Daten in 6.866 Gemeinden in Italien ermittelt, das sind 87 Prozent aller 7.904 Gemeinden.

Ungeachtet der Todesursache sind in Italien im März 2020 90.946 Menschen gestorben. Der Durchschnitt im März der Jahre 2015 bis 2019 lag bislang bei 65.592 Todesfällen, also eine Differenz von mehr als 25.000 Fällen. Laut Istat haben die 13.710 Fälle an diesem Anstieg einen "signifikanten" Anteil. 

Im Norden hat sich Sterberate verdoppelt

Das ISAT weist große Unterschiede bei der Sterberate zwischen den nord- und süditalienischen Gemeinden aus. 91 Prozent des außerordentlichen Anstiegs der Todesfälle von insgesamt 25.354 Personen geht auf Provinzen Norditaliens sowie Urbino und Pesaro zurück. (Auch in diesen beiden Gemeinden war die Sterberate außergewöhnlich hoch).

Statistisch gesehen hat sich in den norditalienischen Provinzen die Sterberate verdoppelt, von 26.218 Fällen (Mittel aus den Jahren 2015 bis 2019) auf 49.351.

Bergamo: Anstieg um 568 Prozent

Die einzelnen Gemeinden weisen dabei große Unterschiede auf. So gab es in Pesaro und Urbino einen Anstieg der Sterberate im Zeitraum zwischen dem 20. Februar und dem 31. März um 120 Prozent, in Pavia waren es 133 Prozent. Die größten Zuwächse hatten aber andere Gemeinden, nämlich Brescia (+291), Lodi (+371) und Cremona (+391). Trauriger Rekordhalter aber ist mit Abstand Bergamo. Dort starben gegenüber dem Vorjahr im Vergleichszeitraum 568 Prozent mehr Menschen.

Südtirol und Trentino: 65 Prozent mehr

In Südtirol und im Trentino lag die Sterblichkeit laut dem ISTAT um 65 Prozent höher als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
 
(hp) 

					

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