Tagesschau
11. August 2022 aktualisiert um 18:41
Chronik

Italien

Silvia Romano: In Gefangenschaft zum Islam konvertiert

Das Entführungsopfer Silvia Romano ist während der Geiselnahme zum Islam konvertiert. Ermittler vermuten eine Art Stockholm-Syndrom.
Quelle © Ansafoto Siliva Romano mit Ministerpräsident Giuseppe Conte
Siliva Romano mit Ministerpräsident Giuseppe Conte
Silvia Romano ist eineinhalb Jahre nach ihrer Entführung in Kenia wieder sicher nach Italien zurückgekehrt. Die italienische Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation landete am Sonntag am Flughafen in Rom. Die junge Frau war im November 2018 vermutlich von islamistischen Terrormilizen in Kenia entführt worden.

Ermittler: Möglicherweise psychologischer Druck

Bei ihrer Ankunft in Rom trug Romano einen türkis-grünen Anzug mit Kopfbedeckung, wie er aus streng religiösen islamischen Gemeinschaften bekannt ist. So begrüßte sie lächelnd Ministerpräsident Giuseppe Conte und Außenminister Luigi di Maio, die sie am Flughafen zusammen mit der Familie Romanos in Empfang nahmen.

Wie aus Ermittlerkreisen bekannt wurde, ist die Frau während ihrer Gefangenschaft zum Islam konvertiert. Dieser Schritt könnte mit dem psychologischen Druck während der Zeit ihrer Gefangenschaft zusammenhängen, vermuten die Ermittler.

Das Stockholm-Syndrom

Ein solches Verhaltensmuster würde dem psychologischen Phänomen des „Stockholm-Syndroms“ entsprechen. Psychologen verstehen darunter ein Phänomen, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert.

Der nicht wissenschaftlich fundierte Begriff geht auf eine Geiselnahme in Stockholm im Jahr 1973 zurück. Dabei entwickelten die Geiseln, die während der Entführung Kontakt zu Medien hatten, laut Berichten eine größere Angst vor der Polizei als vor ihren Geiselnehmern.

(hp)

					

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