Tagesschau
16. Mai 2021 aktualisiert um 20:37
Verkehr und Straßenzustand

Wasserstoff

Südtiroler Wasserstoff-Tal

Das Wasserstoffzentrum in Bozen gehört zu weltweit 40 Standorten, an denen die alternative Verbrennungstechnologie intensiv erforscht werden soll – beispielgebend für ganz Italien.
Quelle © h2-suedtirol
Wie schaut die Wasserstoff-Technologie der Zukunft aus? Eine Antwort darauf sollen weltweit 40 Forschungsstandortorte liefern, die sich in den kommenden Jahren auf die Antriebstechnologie und die Erzeugung des Wasserstoffs konzentrieren sollen. Zu diesen besonders gelungenen Projekten gehört auch das Wasserstoff-Zentrum in Bozen – oder wie es jetzt heißt: Hydrogen Valley South Tyrol. Es wurde von den Wirtschaftsministern aus Europa, China, USA und Australien unter Federführung der EU-Kommission ausgewählt. „Es ist eine große Ehre, dass Südtirol als internationales Leuchtturmprojekt für Wasserstoff ausgewählt wurde“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher, „auch der Zeitpunkt passt perfekt mit unseren Programmen überein: Die Coronakrise stellt alle Bereiche der lokalen Wirtschaft und jeden Einzelnen von uns auf eine harte Probe.“

„Aus dieser Krise muss bei uns und weltweit ein Neubeginn folgen, der von Anfang an möglichst nachhaltig ausgerichtet sein muss. Und Wasserstoff, davon bin ich überzeugt - wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Landeshauptmann Arno Kompatscher

Die Brennstoffzellen-Phasen

Insgesamt sind für den Ausbau der Wasserstoff-Technologie in Südtirol drei Phasen vorgesehen: Die erste Phase bestand im Aufbau von EU-Pilotprojekten für die Brennstoffzellen-Busse und Autos. Nun ist man in Phase 2 angekommen: Dabei sollen vor allem Infrastrukturen für die Wasserstoffmobilität ausgebaut werden. Das besteht beim Aufbau mehrere Fahrzeugflotten im Dienstleistungssektor aber auch im öffentlichen Personenverkehr und im Tourismus. „Es ist wichtig, dass die regionale Entwicklung koordiniert und strategisch erfolgt“, sagt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, „deshalb wird momentan ein ressortübergreifender Wasserstoffplan für Südtirol und in enger Zusammenarbeit mit den Nachbarprovinzen für die ganze Euregio erarbeitet, welcher auf dem Südtiroler Erfahrungsschatz der letzten Jahre aufbaut.“

„Ziel ist es, die öffentliche und private Mobilität nicht nur effizient sondern auch möglichst emissionsfrei zu gestalten.“

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.

Dritte Phase muss noch folgen

Im dreistufigen Plan soll in einer dritten Phase dann neben dem regionalen Aufbau der Brennstoffzellentechnologie der überregionale und internationale Ausbau erfolgen. Dafür kommt dem Brennerkorridor als wichtige Verbindung in Mitteleuropa besondere Bedeutung zu. So sollen die Verkehrswege zwischen Italien und den Nachbarstaaten möglichst emissionsfrei gestaltet werden. Da soll vor allem der Brennerautobahngesellschaft als Partner des Wasserstoffzentrums eine wichtige Funktion zukommen: „Es ist kein Zufall, dass gerade die Brennerautobahn zu einem Zeitpunkt in Wasserstoff investiert hat, als dies noch als seltsam und bizarr galt“, sagt der Technische Direktor der Autobahn, Carlo Costa, „im Gegensatz zu dem, was viele Leute denken, ist es nicht die Autobahn,  welche die Umwelt verschmutzt, sondern die Fahrzeuge. Was eine Autobahn hingegen tun kann, und was wir bereits gemacht haben und weiterhin auch machen werden, ist die Förderung der Null-Emissions-Mobilität.“

„Wir haben bereits ein stabiles Netz von Ladesäulen für batterie-elektrische Fahrzeuge und jetzt planen wir, weitere Wasserstofftankstellen zu eröffnen und somit den Brennerkorridor zum ersten grünen Korridor Europas zu machen. Vor allem von den LKWs erwarten wir uns viel.“

Carlo Costa, Technischer Direktor der Brennerautobahn

 
(hase)

					

Leseempfehlungen


					

Mehr Artikel zu Verkehr und Straßenzustand