Tagesschau
18. September 2021 aktualisiert um 20:26
Wirtschaft und Arbeit

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Contes Plan zielt auf Abschaffung des Bargelds

Der Ministerpräsident will beim Wiederaufbau auf EU-Zuschüsse und die Abschaffung des Bargeldes im Kampf gegen Schattenwirtschaft setzen.
Quelle © Ansa Der Ministerpräsident bei der Anhörung in der Abgeordnetenkammer
Der Ministerpräsident bei der Anhörung in der Abgeordnetenkammer
Ministerpräsident Conte hat in der Abgeordnetenkammer in Rom seinen Plan vorgestellt, um die Wirtschaft aus der Coronakrise zu führen. "Recovery Italia" sei ein gezieltes Programm zur Förderung des Wirtschaftswachstums, das mithilfe des von der EU finanzierten "Recovery Fund" umgesetzt werden soll, sagte Conte.

EU-Zuschüsse essentiell

Die europäischen Zuschüsse bezeichnete Conte als wichtige Investition in die Zukunft Italiens. Die Gelder seien keine Almosen für die gegenwärtige Regierung, sondern notwendige Investitionen für Kinder und Enkelkinder.

"Wir haben die Pflicht und die Verantwortung, effiziente Antworten auf die Krise zu finden. Wir erleben die akuteste Krise der letzten 70 Jahre". 

(Ministerpräsident Giuseppe Conte) 

Italien soll aus dem EU-Konjunkturprogramm 172 Milliarden Euro erhalten. Damit biete sich die Gelegenheit ein besseres Italien zu entwerfen.

Bancomat statt Bargeld

Ein besseres Italien gebe es nur, wenn Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft entschieden bekämpft würden. Daher müsse sich Italien auch vom Bargeld verabschieden und auf Kreditkarten und Bancomat umsteigen. Dabei soll es keinen
Zwang und keine Strafen geben, sondern eine Umstellung mit Anreizen. Den endgültigen Plan für den Wiederaufbau Italiens, der derzeit auf der Zukunftskonferenz diskutiert wird, will Conte im September vorlegen. Er schloss nicht aus, dass es im Herbst weitere Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft geben wird.
Unterdessen hat der Handelsverband Confesercenti den Konsum-Rückgang durch die Coronakrise zwischen 91 Milliarden Euro und 110 Milliarden Euro beziffert. Der Präsident des Handelsverbands Confcommercio, Carlo Sangalli, warnte, dass bis zu einer Million Jobs im Handel wegfallen könnten, sollte der Konsum nicht wieder steigen. 270.000 Betriebe seien gefährdet. Laut dem Landwirtschaftsverband Coldiretti könnte die Zahl der Menschen in Armut in Italien um eine Million steigen. 
(ansa apa ka)

					

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