Tagesschau
20. Oktober 2020 aktualisiert um 07:57
Gesundheit

Covid-19/Phase 2

Immuni-App: Frau und Mann in alten Klischees

Doch nicht ganz so innovativ präsentiert sich die Tracking-App für Italien: Die Frau ist beim Baby, der Mann am PC. Der Protest ist groß.
Quelle © Ansa Die neue Immuni-App startet vorerst nur in vier Regionen
Die neue Immuni-App startet vorerst nur in vier Regionen
Italien wartet seit April auf die angekündigte Tracking-App "Immuni". Nach langen Streits über Datensicherheit und Anwendung wird sie nun erst in einer Testphase in den vier Regionen Apulien, Abruzzen, Marken und Ligurien eingesetzt. Aber gar so innovativ präsentiert sich "Immuni" zumindest in der Darstellung nicht. Und das löste in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter heftige Kritik aus. Und nicht nur dort, sondern auch im Parlament in Rom.

Immuni-App: Die Frau beim Baby, der Mann am PCImmuni-App: Die Frau beim Baby, der Mann am PC

Überholtes Verständnis von Geschlechterrollen

Die SVP-Senatorin Julia Unterberger hat absolut kein Verständnis für derartige Darstellungen. Es erstaune, dass die App "Immuni" ein derart klischeehaftes Verständnis der Rolle der Frau und deren Beitrag für die Gesellschaft vermittle. 

"Bereits der Lockdown, die geschlossenen Schulen und die wirtschaftliche Rezession drohen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu vergrößern, umso absurder ist es, dass auch die App Immuni in diese Richtung geht."

(Julia Unterberger, SVP-Senatorin) 

Die niedrige Beschäftigungsquote der Frauen sei nicht nur eine Ungerechtigkeit, sondern auch eine Verschwendung von Kompetenzen und Wissen. Die rückwärts gewandten Abbildungen seien umso schlimmer, weil sie von einer institutionellen Stelle kommen.

Fehler schnellstens beheben

Gleich wie SVP-Senatorin Julia Unterberger protestiert auch ihre Parteikollegin Renate Gebhard in der Abgeordnetenkammer gegen die steretoypen Darstellungen. Offenbar hat der Protest nun aber gefruchtet. Denn laut Renate Gebhard hat das Ministerium für Innovation nun angekündigt, dass die Abbildungen ausgetauscht werden. Dennoch, meint Gebhard, sei es unverständlich, dass in einem Land, wo es verfassungsrechtlich Gleichberechtigung gebe, dieses Recht noch immer eingefordert, verteidigt oder wiederhergestellt werden muss.

(ka)
 

					

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