Tagesschau
19. Oktober 2021 aktualisiert um 06:45
Politik und Institutionen

Rechtsstreit

Brixen: Architektenkammer gegen Projekt Hofburggarten

Nach einer Initiativgruppe stellt sich nun auch die Architektenkammer gegen das 10 Millionen Euro teure Heller-Projekt für den Hofburggarten.
Die Hofburg Brixen, ihr Innenhof, der Wassergraben um die Burg und der Garten gehören zu den idyllischen Plätzchen in Brixen. Der Garten dämmert jedoch seit Jahren mit kurzen Unterbrechungen in einem Dornröschenschlaf. Heuer im Mai hat der Stadtrat Brixen die Gartengestaltung direkt und ohne Wettbewerb an das Büro "André Heller GmbH" übertragen. Gegen diese Entscheidung zog die Architektenkammer vor das Verwaltungsgericht. 

Keine rein künstlerische Vergabe

Die Architektenkammer argumentiert damit, dass es sich bei dieser Vergabe nicht um eine rein künstlerische Vergabe handle.

"Das Projekt wurde ja mit einer Architektin aus Wien erstellt. Das heißt, es sind dort einige Gebäude und eine Brücke vorhanden. Es geht auch hier um Architekturplanungs-Leistungen, die klarerweise ursächlich nichts mit einer künstlerischen Vergabe zu tun haben." 

(Johann Vonmetz, Präsident Architektenkammer) 


Die Rechtsauffassung in Brixen deckt sich mit der Architektenkammer nicht. Stadtrat und Bürgermeister gehen davon aus, dass diese direkte Vergabe rechtens war. 

"Es geht ja nicht um eine architektonische Beauftragung von André Heller, sondern um eine künstlerische Konzeption, und dementsprechend sind wir sehr gelassen und hoffen auch, dass wir den Rekurs gewinnen."

(Peter Brunner, Bürgermeister Brixen)

Das Verwaltungsgericht entscheidet Mitte Oktober. Bis dahin hat Brixen erst diese Woche den Vertrag mit Heller ruhend gestellt. Bis Oktober passiert also nichts.

Die Initiativgruppe für einen offenen Hofburggarten hofft auf weitreichendere Folgen. Sie versucht seit Jahren einen für alle offenen Hofburggarten in Brixen durchzusetzen und verweist auf ein Projekt, das nur die Hälfte kosten würde. Gerade im Zeichen der Corona-Krise müsse sich der Gemeinderat fragen, ob das auf 10 Mio. Euro veranschlagte Heller-Projekt noch mit gutem Gewissen weiter vertretbar sei, auch zumal Heller ein Honorar von 1,2 Mio. erhält.

Die Architekten erhoffen sich durch den Erfolg ihres Rekurses eine transparente Ausschreibung, bei der auch Südtiroler Architekten zum Zug kommen können.

Das Land hatte der Gemeinde Brixen für die Neugestaltung des Hofburggartens 2019 bereits 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die ersten Schritte für das Heller-Projekt einzuleiten. Die Summen für bis 2021 wurden schon festgelegt: 2020 stellt das Land knapp 1,8 Millionen Euro zur Verfügung, 2021 dann 1,2 Millionen Euro. Insgesamt will das Land 80 Prozent der Kosten übernehmen. 

(pm/ka)

					

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