Tagesschau
12. August 2020 aktualisiert um 20:44
Verkehr und Straßenzustand

Verkehr

Dolomitenpässe: Den Bürgermeistern reichts

Zu viel Belastung durch den Verkehr auf den Dolomitenpässen - deshalb fordern die Bürgermeister von Wolkenstein und Fodom schnelle und effektive Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Kommt eine Maut?
Quelle © groeden.com Im Moment freie Fahrt für Motorräder auf den Dolomitenpässen
Im Moment freie Fahrt für Motorräder auf den Dolomitenpässen
Im Moment gibt es keine Beschränkung. Wer die wunderschönen Dolomitenpässe rund um den Sellastock befahren will, der kann das tun. Er muss weder eine Maut bezahlen noch irgendwelche Verkehrseinschränkungen befürchten. Das gilt übrigens sowohl für Autos als auch für Motorräder. Was einzig geschieht, das ist eine Überwachung und Analyse des Verkehrs und der Verkehrslautstärke. Und genau das ist den Bürgermeistern von zwei der durch den Passverkehr besonders betroffenen Gemeinden zu wenig. Sowohl der Vizebürgermeister von Wolkenstein, Ivo Insam,  als auch der Bürgermeister von Fodom/Buchenstein, Leandro Grones, fordern strenge und vor allem schnelle Maßnahmen gegen die Verkehrsbelastung:

„So wie in den vergangenen Jahren kann es nicht weitergehen.“

Vizebürgermeister von Wolkenstein und Bürgermeister von Fodom

Das sagten Demetz und Grones auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Gröden.

Verkehrslandesräte wollen gemeinsam vorgehen

Dass etwas getan werden muss, das sagen aucgh Südtirols Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider und sein Trentiner Amtskollege Roberto Failoni. Nur was? Alfreider und Failoni streben ein länderübergreifendes Verkehrskonzept an. Nur so könne der Verkehr erfolgreich auf den Pässen reduziert werden. Und deshalb wurde in den vergangenen Jahren und auch in diesem Jahr fleißig analysiert. Mit 25 Kameras auf den Dolomitenpässen wird der Verkehr gezählt. Die Daten sind beeindruckend.
Verkehrsdaten Dolomitenpässe

6.500 Fahrzeuge pro Tag
Vergangenen Sonntag: 1.500 Fahrzeuge

Dabei werden alle Fahrzeuge gezählt, die über die Pässe rollen. Also Einheimische gleich wie Touristen. Der deutliche Einbruch an Fahrzeugen in diesem Jahr im Vergleich zu den Daten des Vorjahres hängt mit der Coronakrise zusammen. 

Maut als Lösung?

Was also tun, um den Verkehr auf den Dolomitenpässen einzuschränken? Unter Alfreiders Vorgänger – Florian Mussner und Umweltlandesrat Richard Theiner – wurden die Dolomitenpässe in den Sommermonaten an gewissen Tagen für den Verkehr völlig gesperrt. Diese Regelung hob Alfreider wieder auf, weil er ein umfassendes Konzept erarbeiten wollte. Doch eine schnelle Lösung scheint sich nicht anzubahnen. Es brauche Gesamtlösungen und keine Schnellschüsse, so Alfreider. Dasselbe gilt laut dem Mobilitätslandesrat auch für eine Reduzierung des Motorradlärms.
Getragen werden soll das neueKonzept nicht nur von Verkehrsanalysen sondern auch von Umfragen. So wurde vergangenen Sommer eine Umfrage unter 1.619 Personen durchgeführt. Und die kommen zu einem klaren Ergebnis:

Entweder der öffentliche Nahverkehr muss auf den Pässen Priorität haben oder eine Maut soll eingeführt werden.

Umfrage aus dem Sommer 2019

Immerhin waren fast 40 Prozent der Befragten sich sicher, dass nur ein bezahlter Zugang zu den Pässen die Natur besser schützen könnte.
Die Umfrage

39 % der Befragten findet, dass bezahlter Zutritt die Natur rund um die Passstraßen besser schützen könne
52% finden 10 € als Preis für die Fahrt auf die Dolomitenpässe angemessen
40% finden Motorradlärm als extrem störend
45% sagen, dass der öffentliche Nahverkehr Priorität haben soll

(n: 1.619)

Nun wurden erste Maßnahmen gesetzt: Einmal sollen Seilbahnen besser zum Aufstieg auf die Dolomitenpässe genutzt werden. Dazu werden die Busverbindungen zu sechs Seilbahnen potenziert. Gleichzeitig wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die nun klären soll, ob die Passstraßen auch eigene Radspuren erhalten können. 

hase/et

					

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