Tagesschau
09. August 2020 aktualisiert um 20:45
Wirtschaft und Arbeit

Coronavirus

Erntehelfer: Bauern sollen 1.Test zahlen

Im Streit um die Corona-Tests für Erntehelfer gibt es einen Kompromiss: Die Bauern sollen für den ersten der drei Tests aufkommen.
Quelle © Ansa
Es war eine mühsame Aussprache und ein langes Hin und Her. Letzten Endes wurde aber eine Entscheidung getroffen. Und die sieht laut dem zuständigen Landesrat Arnold Schuler wie folgt aus. 

In der Regel ist es so, dass die Kosten der Tests der Sanitätsbetrieb übernimmt. Wenn jemand zu uns nach Südtirol kommt und in Quarantäne muss und die entsprechenden Tests vorgesehen sind, dann wird das vom Sanitätsbetrieb übernommen. Und somit von der öffentlichen Hand.

Bauern kommen für 1. Test auf

Vorgesehen sind insgesamt drei Nasen-Rachen-Abstriche, sogenannte PCR-Tests. Den ersten Test sollen die Erntehelfer im Idealfall in ihrem Herkunftsland machen, und zwar in zertifizierten Instituten. Die Kosten für diesen ersten Test sollen die Bauern übernehmen. 

"All jene - und das sind dann hoffentlich die allermeisten, die einen ersten Test in ihrem Herkunftsland machen, für die sind dann sowieso die Kosten von den Bäuerinnen und Bauern zu übernehmen und für alle, für die das nicht möglich ist, die hier den ersten Test machen müssen, für die übernimmt ebenfalls die Landwirtschaft die ersten Kosten, während den zweiten und dritten Test der Sanitätsbetrieb übernimmt."

(Arnold Schuler, Landesrat)

Kosten für den Sanitätsbetrieb?

Beim geschätzten Kostenpunkt für die Tests, die der Sanitätsbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Weißen und Roten Kreuz abwickeln soll, hält sich Schuler bedeckt:

"Das muss man noch sehen, man sagt, dass in Rumänien und Bulgarien so ein Test um die 70 Euro kosten soll. Bei uns wird es etwas mehr sein, aber das muss man jetzt noch entsprechend festlegen. Und wenn es geht, dann tatsächlich auch die Vergütungen dann festzulegen. 

(Arnold Schuler, Landesrat)

Eine Frage, die ebenfalls im Raum steht: Was passiert, wenn ein Erntehelfer ohne Testnachweis anreist? Das Land Südtirol kann Erntehelfern aus dem Ausland nämlich nicht verpflichtend vorschreiben, vor der Anreise in ihrer Heimat einen ersten Corona-Test durchzuführen. 

"Die mit einem negativen Test zu uns kommen, können sofort die aktive Quarantäne antreten, während alle anderen in effektiver Quarantäne müssen, bis hier der 1 Test durchgeführt worden ist und der dann natürlich negativ sein muss."

 (Arnold Schuler, Landesrat)

Die Voraussetzung für eine sogenannte aktive Betriebs-Quarantäne ist also ein bereits bestehender, negativer Test, durchgeführt im Herkunftsland. Mit der Betriebs-Quarantäne, die vorsieht, dass der Erntehelfer, den Betrieb nicht verlassen, aber dennoch unter der Wahrung der Sicherheitsauflagen sofort isoliert arbeiten darf, soll laut Schuler der Anreiz da sein, im Herkunftsland diesen ersten Test zu machen. 

Die Verordnung, welche die Betriebsquarantäne regelt, ist bereits von Landeshauptmann Kompatscher unterzeichnet (siehe untenstehender Anhang). Laut Schuler ist das eine Formalität. Auch das entsprechende Dekret aus Rom sei inzwischen da. 

Ab Montag dann, wenn in niederen Lagen, wie im Unterland und Überetsch die Gala-Ernte beginnt, soll auch schon die Testreihe für die Erntehelfer starten.


(bt/ka)

					

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